Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & des Männerlagers im KZ Ravensbrück

Anton Bayer



Häftlingsnummer 3600 - KZ Buchenwald
Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 30.03.1901
Geburtsort: Fischament | Kreis Wien
Ermordet am: 23.03.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Anton Bayer wurde am 30. März 1901 in Fischament-Dorf im Kreis Wien in Niederösterreich geboren und katholisch getauft.
Er blieb ledig, wohnte später in Wien und war von Beruf Kellner.

Von seinen fünf Vorstrafen waren zwei einschlägig: 1925 bestraft mit vier Monaten Kerker und 1936 bestraft mit sieben Monat Kerker und 50 Schilling Geldstrafe.
Am 14. März 1939 bestrafte das Landgericht Wien ihn wegen "Verbrechens der Unzucht wider die Natur" zum dritten Mal nach §129Ib, der in Österreich Homosexuelle kriminalisierte, zu einem Jahr Kerker und einen Fasttag und hartes Lager vierteljährig, abzüglich der Untersuchungshaft. In der Revision erhöhte das Gericht die Strafe um weitere sechs Monate. Zur Strafverbüßung transportierte man ihn zunächst in das Gefängnis Wien und von dort zur Schwerstarbeit im Moor am 25. Mai 1939 in das Strafgefangenenlager Walchum im Emsland. Von dort überführte man ihn in das Emslandlager Börgermoor und am 21. Februar 1940 wieder zurück nach Walchum. Nach voll verbüßter Strafe entließ der Justizvollzug ihn am 3. August 1940 angeblich, so die Akte, nach Hause. Tatsächlich dürfte er aber der Polizei ausgeliefert worden sein, denn am 23. August 1940 ordnete die Kripo Wien seine KZ-Haft an. Als Grund wurden seine Vorstrafen angegeben. Am 27. September 1940 transportierte ihn die Polizei in das KZ Dachau bei München, wo er die Häftlingsnummer 20.051 erhielt. Von dort verlegte man ihn am 11. Dezember 1940 in das KZ Buchenwald bei Weimar in Thüringen, wo er als "Berufsverbrecher" die Häftlingsnummer 3.600 erhielt.
Karteikarte


Bild: 🔎 Effektenkarte KZ Buchenwald; BV-Häftling;
Zugang: 11.12.1940 von Wien - Entl. am 26.04.1941 nach KL Ravensbrück
Am 26. April 1941 überstellte man ihn weiter in das Männerlager des KZ Ravensbrück, wo er die Häftlingsnummer zwei erhielt. Dort wurde Anton Bayer wahrscheinlich am 23. März 1942 im Alter von 40 Jahren in der Euthanasie-Aktion 14f13 ermordet. Mit dieser "Sonderbehandlung" ermordete die SS kranke, alte und nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge.
Autor: Rainer Hoffschildt (Hannover), Lothar Dönitz (Berlin, 2020)
Quellen:
Karteikarten im ⟩  Aroslen Archives International Center on Nazi Persecution (ehem. Internationaler Suchdienst Arolsen.)