Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Adolf Büttner



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 09.03.1878
Geburtsort: Bielwiese | Schlesien
Ermordet am: 12.12.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Adolf Büttner wurde am 9. März 1878 in Bielwiese bei Steinau an der Oder in Schlesien geboren.1 Er wohnte als Rentner in Berlin und war verwitwet.

Man nahm ihn in der Haftanstalt Berlin-Lehrter Straße in Untersuchungshaft. Das Landgericht 9 in Berlin verurteilte ihn am 14. März 1941 nach §175 unter Anrechnung der Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Zur Strafverbüßung überführte man ihn in das Gefängnis Berlin-Plötzensee. Dort entließ der Justizvollzug ihn nach verbüßter Strafe nicht in die Freiheit, sondern lieferte ihn am 14. Oktober 1942 der Kriminalpolizei zur Vorbeugungshaft aus.

Etwa Mitte November 1942 transportierte ihn die Polizei in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo er die Häftlingsnummer 52.059 erhielt. Adolf Büttner verstarb am 12. Dezember 1942 im Alter von 64 Jahren im Außenlager Klinker des KZ Sachsenhausen1. Im Außenlager Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen wurden zwischen Juli und September 1942 gezielt etwa 180 bis 200 homosexuelle Häftlinge umgebracht.2 Ob er doch noch zu dieser Mordserie gehört, ist nicht bekannt.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2 Vgl. Müller, Joachim, Unnatürliche Todesfälle, in: Müller, Joachim, Sternweiler, Andreas, Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen, Berlin 2000, S. 216-263.
   Video von der Gedenkveranstaltung am 10.09.2017 am Gedenkort Klinkerwerk.