Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & des Männerlagers im KZ Ravensbrück

Alfred Hübner



Häftlingsnummer 4867
KZ Buchenwald
Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 14.02.1914
Geburtsort: Berlin
Ermordet am: 17.12.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Alfred Hübner wurde am 14. Februar 1914 in Berlin geboren und evangelisch getauft. Er blieb ledig, wohnte auch später in ⟩  Berlin-Charlotenburg, Kanstraße 103, und war von Beruf Arbeiter.

Im Juli 1936 verurteilte ein Amtsgericht in Berlin den 22-Jährigen wegen Diebstahls zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaushaft und zu fünf Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Außerdem ordnete das Gericht die Polizeiaufsicht an.

Hinzu kam am 23 November 1937 eine Verurteilung durch ein Gericht in Osnabrück wegen "widernatürlicher Unzucht" zu vier Monaten Gefängnishaft.
Zur Strafverbüßung transportiert man ihn auch zur Schwerstarbeit im Moor in das ⟩  Strafgefangenenlager Börgermoor im Emsland und von dort am 15. September 1938 vermutlich in ein anderes Emslandlager, das aber nicht vermerkt ist und von dort am 28. Januar 1939 weiter in das Emslandlager Neusustrum. Rein rechnerisch sollte seine Strafverbüßung am 28. Mai 1939 enden.

Am 30. Oktober 1940 wurde er aus unbekanntem Grund durch die Polizei in Berlin nochmals verhaftet und nun vermutlich auch erneut verurteilt. Genau ein Jahr später war die Strafe anscheinend verbüßt und die Polizei nahm ihn im Gefängnis Berlin-Charlottenburg in "Schutzhaft".

Am 11. Dezember 1941 transportierte ihn die Polizei in das ⟩  KZ Buchenwald wo die SS ihn als "Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 4.867 erhielt. Hier stufte die SS ihn bald darauf als "K"-Häftling ein, was bedeutete, dass er in die Strafkompanie kam, in der die Häftlinge mit besonders schwerer Arbeit belastet wurden.
Karteikarte


Bild: 🔎 Häftlingskartei KZ Buchenwald; BV Häftling, K-Häftling; Wohnanschrift wie Vater.
Von Buchenwald verlegte man ihn mit vielen anderen §175-Opfern am 14. März 1942 in das Männerlager KZ Ravensbrück. Alfred Hübner wurde vermutlich am 17. Dezember 1942 im Alter von 28 Jahren im KZ Ravensbrück ermordet.
Autor:
Rainer Hoffschildt (Hannover); Lothar Dönitz (Berlin, 2020).
Quellen:
• Karteikarte: Niedersächsisches Landesarchiv, Staatsarchiv Osnabrück Rep. 947 Lin I, Lager Neusustrum, Karton 470.
• Karteikarten im ⟩  Aroslen Archives International Center on Nazi Persecution (ehem. Internationaler Suchdienst Arolsen.)