Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Anton Müller



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 02.04.1871
Geburtsort: Rettenbach | Oberbayern
Ermordet am: 13.07.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Anton Müller wurde am 2. April 1871 in Rettenbach in Oberbayern geboren und evangelisch getauft.1 Er wohnte später in Altena, war verwitwet und von Beruf Arbeiter gewesen.

Im Frühjahr 1942 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo ihn die SS als §175-Häftling einstufte und er die Häftlingsnummer 41.261 oder 42.261 erhielt. Der Zeitpunkt seines Zugangs im KZ Sachsenhausen war denkbar ungünstig. Im Außenlager Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen wurden zwischen Juli und September 1942 gezielt etwa 180 bis 200 homosexuelle Häftlinge umgebracht.

Anton Müller wurde am 13. Juli 1942 im Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen von der SS ermordet. "Ist es wirklich vorstellbar, daß ein Mann von 71 Jahren, an einem hellen Sommermorgen um 7:10 Uh, einen Fluchtversuch durch die Postenkette unternahm?"3
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (März 2018). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2 Vgl. Müller, Joachim, Unnatürliche Todesfälle, in: Müller, Joachim, Sternweiler, Andreas, Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen, Berlin 2000, S. 216-263.
   Video von der Gedenkveranstaltung am 10.09.2017 am Gedenkort Klinkerwerk.
3 Ebenda, S. 258 ff.