Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & des Männerlagers im KZ Ravensbrück

Erich Bohn

  Geboren am: 23.05.1910
Geburtsort: Lehesten | Thüringen
Gestorben am: 17.04.2012
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Erich Bohn wurde am 23. Mai 1910 in Lehesten in Thüringen geboren und evangelisch getauft. Der Ledige war später Facharbeiter. Im Zweiten Weltkrieg zog man ihn zur Wehrmacht ein.

Bei der Wehrmacht dürfte er sich wegen homosexueller Handlungen strafbar gemacht haben, denn er befand sich als Homosexueller in der Haftkategorie "Zwischenhaft II" ehemaliger Soldaten, die aus Haftanstalten zur Arbeit in KZ eingewiesen wurden.

Auf Anweisung der Gestapo Berlin transportierte man ihn am 14. Dezember 1944 in das KZ Buchenwald in Thüringen, wo ihn die SS in die entsprechende Kategorie einstufte und er die Häftlingsnummer 47.470 erhielt. 1

Von dort überführte man ihn in das KZ Mittelbau-Dora in Thüringen, wo er sich noch am 19. Januar 1945 befand. Ein letzter Hinweis auf ihn findet sich für den 34-Jährigen zu seiner Anwesenheit in der 1. SS-Baubrigade, in Sollstedt, die derzeit dem KZ Sachsenhausen unterstand (?). Es muss befürchtet werden, dass er dann umkam, denn Mitte 2009 war sein Tod immer noch nicht wie sonst üblich im Geburtenbuch des Standesamtes Probstzella verzeichnet. Vielleicht ist er in den Wirren der letzten Kriegstage auf einem "Todesmarsch" umgekommen, als diese Meldungen nicht mehr durchgeführt wurden.

"Was sich aber inzwischen glücklicherweise als falsch herausgestellt hat. Ich habe mir jetzt eine Abschrift aus dem Geburtenregister vom Standesamt Probstzella zuschicken lassen, wo am 17.4.2012 der Tod von Erich vom Standesamt Berlin Friedrichshain-Kreuzberg gemeldet wurde.
Er erreichte danach ein stolzes Alter von fast 102 Jahren
.
" - 23.07.2021: E-Mail seines Neffen Stefan Göllner, Wuppertal
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). forschte, für Informationen.
Ich danke dem Historiker Christian-Alexander Wäldner, Weetzen, für zusätzliche Informationen vom Standesamt Probstzella.
Einen besonderen Dank gebührt Stefan Göllner für die Nachforschungen zu seinem Onkel und die gute Botschaft!
Fußnoten:
1 Karteikarten ⟩  im Hauptregister des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen.