Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Ewald Förster



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 10.07.1895
Geburtsort: Wuppertal-Elberfeld
Ermordet am: 05.05.1945
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Ewald Förster wurde am 10. Juli 1895 in Wuppertal-Elberfeld geboren.1 Er wohnte später in Berlin-Charlottenburg und dann in Berlin-Schöneberg, war geschieden und von Beruf technischer Kaufmann.

Ein Amtsgericht in Berlin verurteilte ihn am 26. Februar 1937 nach §175 zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten. Zur Strafverbüßung überführte man ihn zunächst in das Gefängnis Berlin-Tegel und dann nach Prenzlau in Brandenburg, wo man ihn erneut verhörte. Aus dem Strafgefängnis Berlin-Moabit entließ man ihn am 14. Dezember 1938 nicht in die Freiheit, sondern nahm ihn erneut in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht 603 in Berlin verurteilte ihn am 7. Januar 1939 nach §175 unter Anrechnung der Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu weiteren neun Monaten Gefängnishaft. Im April überführte man ihn in das Gefängnis Berlin-Tegel, wo man ihn Mitte September 1939 aus der Haft entließ. Doch das Landgericht 2 in Berlin verurteilte ihn nochmals am 11. Dezember 1941, diesmal nach §175a, Ziffer 3, zu einer drastischen Zuchthausstrafe von drei Jahren und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für fünf Jahre. Die Untersuchungshaft wurde nicht auf die Strafhaft angerechnet, da er nicht geständig war. Zur Strafverbüßung überführte man ihn aus dem Gefängnis Berlin-Lehrterstraße am 31. März 1942 in das Zuchthaus Brandenburg-Görden, wo er bis zum 1. März 1945 seine Strafe verbüßte.

Der Justizvollzug entließ ihn nicht in die Freiheit, sondern lieferte ihn der Polizei aus, die ihn am 13. März 1945 in das KZ Sachsenhausen transportierte, wo die SS ihn als Homosexuellen einstufte und er die Häftlingsnummer 136.396 erhielt. Vor den herannahenden sowjetischen Truppen trieb die SS die Häftlinge des KZ Sachsenhausen auf "Todesmärschen" in Richtung Nordwest. Ewald Förster verstarb am 5. Mai 1945 im Alter von 49 Jahren in Herzberg auf einem Todesmarsch.

Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen. Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.