Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Erich Germann



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 31.10.1896
Geburtsort: Döbeln | Sachsen
Ermordet am: 23.02.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Erich Germann wurde am 31. Oktober 1896 in Döbeln in Sachsen geboren und evangelisch getauft.1 Er wohnte später in Riesa an der Elbe in Sachsen in der Bismarckstraße 12, war geschieden und als gelernter Schlosser zuletzt Hauptwachtmeister bei der Polizei.

Das Landgericht Dresden verurteilte ihn am 25. Juli 1939 wegen "widernatürlicher Unzucht" unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Er hatte keine Vorstrafe. Mit dieser Strafe war er automatisch aus dem Beamtenverhältnis ausgeschieden.

Zur Strafverbüßung überführte man ihn zunächst in das Gefängnis Bautzen und von dort zur Schwerstarbeit am 8. Februar 1940 in das ⟩ Strafgefangenenlager Rodgau, Lager II, in Oberroden bei Darmstadt in Hessen. Hier beschrieb man ihn wie folgt: 1,73 m groß, kräftige Gestalt, Schnurrbart, dunkelbraune Augen und dunkles Haar. Auf seiner Karteikarte vermerkte zum Ende seiner Strafhaft am 26. August 1940 "entlassen".

Etwa im Dezember 1941 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo er die Häftlingsnummer 40.671 erhielt. Erich Germann verstarb am 23. Februar 1942 im Alter von 45 Jahren im KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017).
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
  Karteikarte im Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Bestand G 30 Rodgau, Rodgau-Karteikarten.