Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & des Männerlagers im KZ Ravensbrück

Emil Karl Heinrich

Stolperstein Emil Heinrich Geboren am: 06.04.1892
Geburtsort: Pirna | Elbe
Ermordet am: 11.04.1941
Verlegeort: ⟩ Pirna, Niedere Burgstraße 6
Initiator: CSD Pirna e.V.und AKuBIZ e.V.
Zum Lebensweg: Emil Karl Heinrich wurde am 6. April 1892 in Pirna im Kreis Dresden in Sachsen geboren und evangelisch getauft.1 1939 lebte der 47-jährige Ledige in ⟩ Hannover, Goethestraße 47 und war Zementarbeiter.

Am 24. Juni 1939 ging er dem Gefängnis Braunschweig zu und am 5. September 1939 verurteilte ihn das Landgericht Braunschweig nach §175a, Ziffer 3, zu einem Jahr und drei Monaten Zuchthaus und zu drei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Zur Strafverbüßung transportierte man ihn am 20. Oktober 1939 in das Zuchthaus Celle. Laut seiner Häftlingskarte "entließ" man ihn zu seinem Strafende am 22. September 1940 angeblich nach Hannover.

Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass man ihn in die Freiheit entließ. Vielmehr ist er zwar aus dem Bereich der Justiz "entlassen", aber wahrscheinlich der Polizei Hannover übergeben worden, denn etwa im Februar 1941 überführte die Polizei ihn in das KZ Sachsenhausen, wo er die Häftlingsnummer 35.701 erhielt.

Emil Heinrich wurde am 11. April 1941 im KZ Sachsenhausen im Alter von 49 Jahren ermordet. In der Sterbekurkunde wurde »Herzschwäche« und sein oben genannter Wohnort eingetragen.2
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover; Ich danke dem Historiker Christian-Alexander Wäldner, Weetzen, für die Information.
Lothar Dönitz, Berlin, Recherchen im Arsolen Archives (2019)
Fußnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
   Niedersächsisches Landesarchiv, Hauptstaatsarchiv Hannover, Hann. 86 Celle Acc. 142/90 (Karteikarte) Nr. 39/340.
   Kerkerbücher Gefängnis Braunschweig im Staatsarchiv Wolfenbüttel 43 B Neu Fb. 2 Zg. 59/1982 Nr. 210, Zusatzhinweis 1084.
2  Sterbeurkunde ⟩  im Aroslen Archives International Center on Nazi Persecution (ehem. Internationaler Suchdienst Arolsen.)