Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Erwin Reddemann



Kein Stolperstein vorhanden, hier nur der Leidensweg.
Geboren am: 30.12.1901
Geburtsort: Berlin
Ermordet am: 26.07.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Erwin Reddemann wurde am 10. oder 30. Dezember 1901 in Berlin geboren.1 Der Ledige wohnte auch später in Berlin und zwar in Berlin Kreuzberg in der Lausitzer Straße 33 und war von Beruf Bäcker und Arbeiter. Er bezeichnete sich als "gottgläubig", war also nicht Mitglied einer etablierten Kirche.

Vermutlich verurteilte ihn 1938 ein Amtsgericht in Berlin wegen homosexueller Handlungen zu einer mehrjährigen Haftstrafe. Anfang 1941 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo die SS ihn als Homosexuellen und "Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 35.341 erhielt. Dort musste er am 27. Mai und am 1. November 1941 in das Häftlingskrankenrevier. Im Außenlager Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen wurden zwischen Juli und September 1942 gezielt etwa 180 bis 200 homosexuelle Häftlinge umgebracht.2

Erwin Reddemann wurde am 26. Juli 1942 im Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen von der SS ermordet. Er wurde 40 Jahre alt. Als offizielle Todesursache erdachte man sich eine Herz- und Kreislaufschwäche beim Grundleiden einer doppelseitigen Lungenentzündung.
Autor: Rainer Hoffschildt (Hannover). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen. Ich danke Andreas Sternweiler, Berlin, für Informationen. Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin. Fußnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
   Sterbezweitbuch Standesamt Oranienburg, Nr. 2198/1942 (VII), Bl. 209
2 Vgl. Müller, Joachim, Unnatürliche Todesfälle, in: Müller, Joachim, Sternweiler, Andreas, Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen, Berlin 2000, S. 216-263.
   Video von der Gedenkveranstaltung am 10.09.2017 am Gedenkort Klinkerwerk.