Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Erwin Rosenhain



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 21.06.1899
Geburtsort: Berlin
Ermordet am: 13.04.1940
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Erwin Rosenhain wurde am 21. Juni 1899 in Berlin geboren.1 Der Ledige wohnte auch später in Berlin in der Linienstraße 251a und war von Beruf Privatlehrer der auch schriftstellerisch tätig war. Da er jüdischer Abstammung war, zwangen ihm die Nationalsozialisten später den zweiten Vornamen Israel auf.

Ende Juni nahm man ihn in Breslau in Schlesien in Untersuchungshaft und Anfang August überführte man ihn nach Berlin-Moabit. Das Amtsgericht 603 in Berlin verurteilte ihn am 29. September 1937 wegen "widernatürlicher Unzucht" nach §175a, Ziffer 3, zu einer drastischen Zuchthausstrafe von fünf Jahren und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für zehn Jahre.

Anfang Oktober verlegte man ihn in die Haftanstalt Plötzensee. Bei der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Berlin am 29. November 1937 ergab sich dann eine mehr als halbierte Strafe von zwei Jahren Zuchthaushaft und fünf Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.

Zur Strafverbüßung transportierte man ihn am 4. Februar 1938 in das Zuchthaus Brandenburg-Görden. Angeblich entließ man ihn dort nach voll verbüßter Strafe am 29. November 1939 aus der Haft an eine Privatanschrift. Das kann aber bezweifelt werden, denn vermutlich am 20. Januar 1940 transportierte ihn die Polizei in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo ihn die SS als §175-"Berufsverbrecher" und als Juden einstufte und er die Häftlingsnummer 10.397 erhielt. Erwin Rosenhain verstarb am 13. April 1940 um 12.45 Uhr im Alter von 40 Jahren im KZ Sachsenhausen angeblich an einer Beinschwellung und an Kreislaufschwäche.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017).
Ich danke Prof. Rüdiger Lautmann, Berlin, der im Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen forschte, für Informationen. Karteikarten im Hauptregister des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen. Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
   Standesamt Oranienburg, Sterbezweitbuch Nr. 1974/1940, Bl. 380
   Gedenkbuch ⟩  Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945
   Gedenkbuch Erwin Rosenhain ⟩  in der Zentralen Datenbank von Yad Vashem