Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Ernst Wilhelm Schrepel



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 15.05.1903
Geburtsort: Waldenburg | Ldkr. Zwickau
Ermordet am: 16.02.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Ernst Wilhelm Schrepel wurde am 15. Mai 1903 in Altstadt Waldenburg bei Zwickau in Sachsen geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige wohnte später in Waldenburg in der Hans-Schemm-Straße 14 und war von Beruf Handlungsgehilfe im kaufmännischen Bereich.

Das Landgericht Zwickau verurteilte ihn am 15. September 1939 wegen "Unzucht mit Männern" unter Anrechnung von zwei Monaten und drei Wochen Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Er hatte eine Gefängnisstrafe als Vorstrafe.

Zur Strafverbüßung transportierte man ihn zunächst in das Gefängnis Bautzen in Sachsen und von dort am 15. Februar 1940 zur Schwerstarbeit in das ⟩ Strafgefangenenlager Rodgau, Lager II, in Oberroden bei Darmstadt in Hessen. Hier beschrieb man ihn wie folgt: 1,71 m groß, schlanke Gestalt, rasiert, blaue Augen und blondes Haar. Von dort verlegte man ihn am 20. September 1940 in das Gefängnis Koblenz. Rein rechnerisch sollte seine Strafverbüßung am 25. März 1941 enden. Doch der Justizvollzug dürfte ihn da nicht mehr in die Freiheit entlassen, sondern der Polizei ausgeliefert haben.

Etwa im April 1941 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo die SS ihn als §175-"Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 37.646 erhielt. Ernst Schrepel verstarb am 16. Februar 1942 im Alter von 38 Jahren im KZ Sachsenhausen, angeblich um 8.40 Uhr an Kreislaufschwäche.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
  Karteikarte im Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Bestand G 30 Rodgau, Rodgau-Karteikarten. Karteikarten im Hauptregister des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen.