Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & Ravenbrück - Männerlager

Ernst Wenkel

Stolperstein Ernst Wenkel Geboren am: 08.08.1901
Geburtsort: Altona | Hamburg
Ermordet am: 01.07.1939
Verlegeort: ⟩ 20259 Hamburg-Eimsbüttel, Vereinsstraße 39
Initiator: Initiative "Gemeinsam gegen das Vergessen - Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer", Hamburg.
Zum Lebensweg: "An die Kriminalpolizei Hamburg
Im Hause Vereinsstr. 39 II bei Merten wohnt ein Mensch den die Frau Merten schon seit vorigem Jahr versteckt hält. Sein Name ist Henkel od. Senkel; die Kinder zu denen er in frdl. Weise nett ist nennen ihn Onkel Ernst. Jedenfalls stimmt da etwas nicht […] Bitte nehmen Sie sich der Sache einmal an.
Mit deutschem Gruß Frau Schumann"

Aufgrund dieses im Oktober 1939 geschriebenen Denunziationsschreibens, das fälschlich den Namen einer früheren Bewohnerin trug und deren eigentlicher Urheber nicht identifiziert werden konnte, sowie einer weiteren "vertraulichen" Mitteilung wegen einer möglichen "Fahnenflucht" an die Gestapo, kamen die nationalsozialistischen Machthaber auf die Spur von Ernst Wenkel. Dieser hatte sich aus Angst, in ein Konzentrationslager überführt zu werden, bei der Familie des Konditors Georg Maerten und dessen Ehefrau Magdalene, geb. Haufe, sowie deren drei Kindern versteckt gehalten.

... Von seinem Verhältnis mit ⟩ Max Mendel erfuhr die Altonaer Polizei im Jahre 1936 und Ernst Wenkel wurde daraufhin am 27. August 1936 in das dortige Gerichtsgefängnis eingeliefert. Nach einem Verfahren vor dem Schöffengericht Altona wurden er und sein Partner nach § 175 verurteilt.

Bis zum 16. Mai 1939 verbüßte er eine sechsmonatige Gefängnisstrafe in der Strafanstalt Glasmoor und wurde dann der Gestapo zugeführt. Wie er bereits befürchtet hatte, kam er in ein Konzentrationslager: am 25. Juni 1939 ist sein Zugang im KZ Sachsenhausen im Häftlingsblock 9 dokumentiert. Er musste die Häftlingsnummer 394 tragen. Nach wenigen Monaten trat dort sein Tod ein, der beim Standesamt Oranienburg für den 16.12.1939 beurkundet wurde. Sein Name ist auf einer Einäscherungsliste des Friedhofs Berlin-Baumschulenweg verzeichnet, wo wahrscheinlich sein Grab zu finden ist.
Beide Männer wurden im KZ Sachsenhausen ermordet.

Ausführlicher in:
⟩ Wir erinnern an Ernst Wenkel.pdf
Autoren: © Bernhard Rosenkranz †/Ulf Bollmann, Hamburg; Foto: © „Hinnerk11/Wikipedia“ - Quelle: Stolpersteine in Hamburg
Fußnoten:
1  KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2 ⟩  Stolpersteine Hamburg mit vollständiger Quellenangabe.