Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Fritz Heilscher

Stolperstein Fritz Heilscher Geboren am: 02.10.1898
Geburtsort: Berlin
Ermordet am: 21.07.1942
Verlegeort: ⟩ 10115 Berlin, Strelitzer Straße 58
Initiator: Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V, Berlin
Zum Lebensweg: Nach einer kaufmännischen Lehre begann Fritz Heilscher 1920 eine tänzerische Ausbildung am Deutschen Opernhaus in Berlin. 1923 startete er seine künstlerische Karriere als Solotänzer am Opernhaus in Breslau und nannte sich fortan Ferry Dworak.

Von 1926 bis 1930 war er Ballettmeister am Städtischen Theater in Chemnitz, 1931 Solotänzer am Stadttheater Dortmund. 1932 wechselte er als Choreograph ans Badischen Landestheater Karlsruhe, wo er mit eigenen Choreographien hervortrat und trotz eines ersten Strafverfahrens wegen homosexueller Beziehungen weiterbeschäftigt wurde.

1933 ging er ans Schlesische Oberlandestheater in Beuthen (Bytom), wo er zwei Jahre als Ballettmeister wirkte.

Im April 1935 wurde er vom dortigen Landgericht wegen seiner Liebe zu Männern zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Gleichzeitig erfolgte sein Ausschluß aus dem Künstlerverband, was einem Berufsverbot gleichkam. Nach seiner Entlassung ging Fritz Heilscher zurück nach Berlin und fand dort eine Anstellung als Lagerarbeiter in einer Firma für Reitstiefel, wo er als geschätzter Mitarbeiter eine neue Existenz fand.

Ende 1941 wurde er erneut verhaftet und wegen seiner Zuneigung für junge Männer zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafjustiz lieferte ihn im Anschluß daran der Kriminalpolizei aus, die seine Einlieferung ins KZ Sachsenhausen veranlaßte. Er erhielt den Rosa Winkel mit der Häftlingsnummer 42 315. Nach zwei Monaten kam er dort im Sommer 1942 während der Mordaktion an Homosexuellen im Klinkerwerk1 ums Leben.

1Vgl. Emil Büge: 1470 KZ-Geheimnisse, Seite 155, Metropol Verlag Berlin, 2010
Bild: © Lothar Dönitz - Quelle: www.hirschfeld.in-berlin.de/gedenken/fritz_heilscher.html