Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & des Männerlagers im KZ Ravensbrück

Friedrich Wilhelm Adolf Hinz



KZ Ravensbrück | Männerlager
Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 06.06.1912
Geburtsort: Hamburg
Ermordet am: 06.06.1940
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Friedrich Wilhelm Adolf Hinz wurde am 6. Juni 1912 in Hamburg geboren und evangelisch getauft. Der ledige Verkäufer lebte auch später in Hamburg.
Am 6. Mai 1935 verurteilte den 22-Jährigen das Landgericht Hamburg wegen "fortgesetzter widernatürlicher Unzucht" zu 1 Jahr Gefängnis, abzüglich der Untersuchungshaft von 94 Tagen. Zur Strafverbüßung transportierte man ihn am 3. Juni 1935 in das ⟩  Strafgefängnis Wolfenbüttel, von wo aus er am 24. Januar 1936 zur Entlassung wieder nach Hamburg überführt wurde, die auch acht Tage später erfolgte.

Am 11. November 1937 verurteilte ihn erneut das Landgericht Hamburg, diesmal nach §175a, Ziffer 3, und §176 (Pädophilie) zu 2 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus, abzüglich von 169 Tagen Untersuchungshaft und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Zur Schwerstarbeit im Moor transportierte man den 25-Jährigen in die ⟩  Strafgefangenenlager Börgermoor, zunächst am 1. Februar 1938 nach Börgermoor, dann am 15. September 1938 nach Esterwegen und am 12. April 1939 wieder nach Börgermoor, von wo aus er von Mitte Mai bis Anfang August zum Amtsgericht Hamburg-Altona überführt wurde.

In den Lagern beschrieb man ihn wie folgt: 1,73 m groß, schlanke Gestalt, rasiert, blaue Augen und dunkelblondes Haar. Nach voll verbüßter Strafe entließ man ihn dort am 23. November 1939 nach ⟩  Hamburg-Alsterdorf, Straße Frühlingsgarten, wo er bei seinen Eltern wohnte.

Ob er nun noch einmal verurteilt wurde oder bereits bald darauf in ein KZ kam, ist nicht bekannt.
Friedrich Hinz wurde am 6. August 1940 im KZ Ravensbrück im Alter von 28 Jahren ermordet.
Autor:
Rainer Hoffschildt (Hannover), Ich danke dem Historiker Christian-Alexander Wäldner, Weetzen, für zusätzliche Informationen; Lothar Dönitz (Berlin, 2020).
Quellen:
• Niedersächsisches Landesarchiv, Staatsarchiv Wolfenbüttel, Häftlingsbücher des Gefängnisses Wolfenbüttel, Signatur: 43 A Neu Fb. 3 Buch 4, Häftlingsnummer 5344.
• Niedersächsisches Landesarchiv, Staatsarchiv Osnabrück Rep. 947 Lin I, Karteikarten Esterwegen und Börgermoor.
• Niedersächsisches Landesarchiv, Staatsar-chiv Osnabrück Rep. 947 Lin II Nr. 2913.