Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Fritz Junckermann

Stolperstein Fritz Junkermann Geboren am: 19.10.1883
Geburtsort: Stuttgart
Ermordet am: 12.10.1942
Verlegeort: ⟩ 20354 Hamburg, Amelungstraße 5
Initiator:  
Zum Lebensweg: Fritz Adolf Oskar Albert Junkermann, am 19. Oktober 1883 in Stuttgart geboren, sein Vater war der Hofschauspielers August Junkermann. Fritz Junkermann hatte zwischen 1906 und 1940 als Theater- und Filmschauspieler, als Kabarettist und Vortragskünstler Erfolg. Er war geschieden. Sein Bruder Hans war Leiter des Schloßparktheater in Berlin-Steglitz.

Zuletzt war er wohnhaft in Hamburg-Neustadt, Amelungstraße 5. Dort befindet sich auch ein Stolperstein für Fritz Junkermann.

Das erste Mal wurde Junkermann 1932 nach § 175 RStGB zu einer Strafe von 280 RM verurteilt.
Am 30. Januar 1940 während einer Vernehmung des Hamburger Strichjungen W. Schattmann wurde Fritz Junkermann als ein Partner genannt. W. Sch. machte detaillierte Aussagen über die von Junkermann bevorzugten sexuellen Praktiken und berichtete von drei Alben mit pornographischen Aufnahmen in Junkermanns Besitz.

Am 5. März 1940 wird er in der Pension "Scharlemann" (Berlin-Mitte, Mittelstraße 34) festgenommen.
Der Prozess gegen ihn findet am 15. Juli 1940 statt. Junkermann wurde nach § 175 RStG
"wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht" besonders hart, zu 15 Monaten Gefängnis unter Anrechnung der U-Haft, bestraft.
Das Urteil wurde am 23. Juli 1940 rechtskräftig. Nach der Strafverbüßung wird er am 19. Juli 1941 als Vorbeugehäftling in das KZ Sachsenhausen eingeliefert, er erhielt dort die Häftlingsnummer 38 490.

Nach einer freiwilligen Entmannung am 9. April 1942 wird er am 12. Oktober 1942 mit dem von der SS zynisch bezeichneten Namen "Aktion Kräutergarten" in der Tötungsanstalt Bernburg ermordet.

Ausführlicher:
Wir erinnern an Fritz Junkermann (pdf)
Bild: hinnerk11
Quelle: "Fritz Junkermann", Aufsätze Dr. Gottfried Lorenz