Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Friedrich Heinrich Dietrich Meyer



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 03.06.1892
Geburtsort: Tostedt | Harburg
Ermordet am: 11.08.1941
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Friedrich Heinrich Dietrich Meyer wurde am 3. Juni 1892 in Tostedt bei Harburg in der preußischen Provinz Hannover, heute Niedersachsen, geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige wohnte auch später in Tostedt und war von Beruf Kaufmann.

Ein Gericht in Hamburg verurteilte ihn am 26. April 1939 nach §175 zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, abzüglich von 48 Tagen, 20 Stunden und 30 Minuten auf die Strafhaft anzurechnender Untersuchungshaft. Er hatte eine Gefängnisstrafe als Vorstrafe.

Zur Strafverbüßung überführte man ihn zunächst in das Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel und von dort zur Schwerstarbeit am 3. Juni 1939 in das ⟩ Strafgefangenenlager Rodgau, Lager II, in Oberroden bei Darmstadt in Hessen, wo er sechs Tage später eintraf. Dort beschrieb man ihn wie folgt: 1,76 m groß, schlanke Gestalt, rasiert, graue Augen und dunkelblondes Haar. Vom 11. November bis zum 2. Dezember 1939 war er aus der Haft beurlaubt; so etwas gab es beispielsweise zur Regelung wichtiger Familienangelegenheiten. Vorübergehend befand er sich 1940 auch im Außenlager Schlitz in Hessen. Laut Eintrag auf seiner Karteikarte hat ihn der Justizvollzug nach voll verbüßter Strafe am 28. September 1940 aus der Haft "entlassen". Tatsächlich dürfte er lediglich aus dem Einflussbereich der Justiz entlassen worden sein, nicht aber in die Freiheit, sondern er wurde an die Polizei ausgeliefert.

Etwa im November 1940 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo ihn die SS als Homosexuellen einstufte und er die Häftlingsnummer 34.552 erhielt. Er erkrankte und musste am 3. Juli 1941 in das Häftlingskrankenrevier. Am 10. August 1941 musste er erneut in das Revier. Am Tag darauf, am 11. August 1941, verstarb Friedrich Meyer im Alter von 49 Jahren im Häftlingskrankenrevier des KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Ich danke Ulf Bollmann, Staatsarchiv Hamburg, für zusätzliche Informationen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
  Karteikarte im Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Bestand G 30 Rodgau, Rodgau-Karteikarten.