Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Franz Neumann

Rosa Winkel für Franz Neumann

Kein Stolperstein vorhanden, hier nur der Leidensweg.
Geboren am: 04.01.1892
Geburtsort: Gleis | Steiermark
Ermordet am: 09.07.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Franz Neumann wurde am 4. Januar 1892 in Gleis in der Steiermark in Österreich geboren.1 Der Ledige wohnte später in Knittelfeld in der Steiermark und arbeitete als Schlosser. Er gab an gottgläubig zu sein, gehörte also keiner etablierten Kirche an.

Vermutlich verurteilte man ihn 1940 in Wien wegen homosexueller Handlungen nach §129Ib des österreichischen Strafgesetzes, denn da beginnt die Aktenlaufzeit einer Akte des Landgerichts Wien zu ihm.

Am 27. April 1942 transportierte die Polizei den 50-Jährigen in das KZ Flossenbürg in Bayern, wo die SS ihn zur Nummer 1.170 machte und ihn als §175-Häftling einstufte.

Bereits am 4. Mai 1942 überführte man ihn in das KZ Sachsenhausen, wo er die Häftlingsnummer 42.134 erhielt. Der Zeitpunkt seines Zugangs im KZ Sachsenhausen war denkbar ungünstig. Im Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen wurden zwischen Juli und September 1942 gezielt etwa 180 bis 200 homosexuelle Häftlinge umgebracht. Franz Neumann erschoss die SS am 9. Juli 1942 im Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen2.

Er wurde 50 Jahre alt. Als Todesursache gab man aber eine doppelseitige Lungenentzündung an, um die Morde zu kaschieren.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover. Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Ich danke Prof. Rüdiger Lautmann, Berlin, der im ITS in Bad Arolsen forschte, für zusätzliche Informationen. Archiv der Gedenkstätte Flossenbürg, Signatur: AGFI S.22.0061.
  Ich danke dem Historiker Christian-Alexander Wäldner, Weetzen, für zusätzliche Informationen aus: Wiener Stadt- und Landesarchiv, Archivbestand Landgericht für Strafsachen, A 11.
Fussnoten:
1  KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2    Vgl. Müller, Joachim, Unnatürliche Todesfälle, in: Müller, Joachim, Sternweiler, Andreas, Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen, Berlin 2000, S. 216-263.
    Video von der Gedenkveranstaltung am 10.09.2017 am Gedenkort Klinkerwerk.