Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Friedrich Max Georg Trillus



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 19.12.1890
Geburtsort: Schöneberg | seit 1920 Berlin-Schöneberg
Ermordet am: 26.02.1941
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Friedrich Max Georg Trillus wurde am 19. Dezember 1890 in Berlin-Schöneberg geboren.1 Er wohnte auch später in Berlin, zuletzt in Berlin-Kreuzberg in der Katzbachstraße 6 und war derzeit verwitwet. Er war in vielen Berufen tätig, als Arbeiter bei der Reichsbahn, als Gärtner, als Arbeiter und als Hausdiener.

1922 wurde er wegen Diebstahls verurteilt und 1927 wegen pädophiler Handlungen zu sechs Monaten Gefängnishaft. Am 20. Oktober 1938 inhaftierte man ihn im Polizeigefängnis Berlin und am nächsten Tag kam er in Untersuchungshaft im Gefängnis Berlin-Moabit und wiederum einen Tag weiter im Gefängnis Berlin-Lehrter Straße. Das Landgericht Berlin verurteilte ihn am 20. Januar 1938 nach §175 und wegen pädophiler Handlungen nach §176 unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für drei Jahre.

Zur Strafverbüßung transportierte man ihn zunächst am 23. Februar in das Zuchthaus Luckau und dann am 28. März 1939 in das Zuchthaus Brandenburg-Görden. Weiter ging es am 15. Januar 1940 zur Schwerstarbeit im Moor für einen Tag in das Gefangenenlager Aschendorfer Moor im Emsland und dann in das Emslandlager Brual-Rhede. Am 15. Juli 1940 verlegte man ihn wieder zurück in das Zuchthaus Brandenburg-Görden und Ende des Monats in das Zuchthaus Gollnow in Pommern. Dort entließ der Justizvollzug ihn nach voll verbüßter Strafe nicht mehr in die Freiheit, sondern lieferte ihn am 29. Oktober 1940 der Polizei zur "Vorbeugungshaft" aus.

Anfang 1941 dürfte die Polizei ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin überstellt haben, wo er die Häftlingsnummer 35.335 erhielt. Friedrich Trillus verstarb am 26. Februar 1941 im Alter von 50 Jahren im KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.