Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & des Männerlagers im KZ Ravensbrück

Georg Johann Hapt



Häftlingsnummer 1293
KZ Ravensbrück | Männerlager
Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 12.01.1915
Geburtsort: Immenstadt | Allgäu
Ermordet am: 12.04.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Georg Johann Hapt wurde am 12. Januar 1915 in Immenstadt im Allgäu in Bayern geboren und katholisch getauft. Er blieb ledig, wohnte später in ⟩  Zwickau, Stieglitzweg 12 in Sachsen und war ungelernter Bauarbeiter von Beruf.

Die Kriminalpolizei Zwickau verhaftete den 22-Jährigen am 17. Februar 1937. Möglicherweise wurde er nun nach §175 verurteilt, denn diese Vorstrafe hatte er später.

Ein Gericht in Leipzig verurteilte ihn am 10. August 1938 wegen "gewerbsmäßiger widernatürlicher Unzucht", also Strichjungentätigkeit, nach §175a, Ziffer 4, zu einer drastischen Zuchthausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für drei Jahre.

Am 24. Oktober 1940 befand er sich im Strafgefangenenlager Delmenhorst, südlich von Bremen im heutigen Niedersachsen. Die Kriminalpolizei Zwickau nahm ihn am 3. März 1941 in Polizeihaft, dies war wohl zugleich der Tag seiner Entlassung aus der Strafhaft. Er hatte derzeit auch Vorstrafen wegen Raubes, Erpressung und Fahrraddiebstahls und zuvor außerdem mehrere Jahre lange Gefängnisstrafen verbüßt.

Auf Befehl der Kriminalpolizei Zwickau transportierte ihn die Polizei am 1. Mai 1941 in das KZ Buchenwald in Thüringen, wo die SS ihn als "Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 585 erhielt. Ab den 7. Mai 1941 musste er hier im Steinbruch Schwerstarbeit leisten bis er vom 27. Mai bis zum 10. Juni 1941 zur Abteilung Entwässerung kam und danach in das Außenkommando Goslar am Harz im heutigen Niedersachsen verlegt wurde, wo er im Block 44 unterkam. Anscheinend kam er am 23. Juli 1941 wieder zurück in das Hauptlager Buchenwald in die Abteilung Garage.
Fragebogen


Bild: 🔎 KZ Buchenwald - Häftl. Pers. Bogen; Haftgrund § 175; Wohnanschrift...
In einem großen Transport, in dem sich auch rund 40 §175-Häftlinge befanden, überführte man ihn am 13. März 1942 von Buchenwald in das Männerlager des Ravensbrück in Brandenburg, wo die SS ihn ebenfalls als "Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 1.293 erhielt.

Georg Johann Hapt wurde am 12. April 1942 im Alter von 27 Jahren im KZ Ravensbrück ermordet.
Autor: Rainer Hoffschildt (Hannover); Lothar Dönitz (Berlin, 2020).
Quellen:
Karteikarten im ⟩  Aroslen Archives International Center on Nazi Persecution (ehem. Internationaler Suchdienst Arolsen.)