Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Gustav Holl



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 10.11.1892
Geburtsort: Ladenburg | Mannheim
Ermordet am: 10.06.1940
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Gustav Friedrich Johannes Martin Holl wurde am 10. November 1892 in Ladenburg im Kreis Mannheim geboren. Er wohnte später in Hamburg in der Straße Bellevue 56, war glaubenslos und arbeitete als Arzt. Er heiratete, aber seine Ehe wurde wieder geschieden.

1935 verhaftete man den etwa 42-Jährigen wegen § 175 in Hamburg und überführte ihn dann nach Freiburg im Breisgau. 1937 verhaftete man ihn in Hamburg erneut als Homosexuellen und „Sittenverbrecher.“ Möglicherweise verurteilte man ihn nun und er verbüßte eine Haftstrafe.

Etwa im April 1940 transportierte die Polizei ihn in das KZ Sachsenhausen, wo man ihn zur Nummer 18.590 machte und in die Kategorie der § 175- „Berufsverbrecher“ einstufte. Wie fast alle homosexuellen Männer in Sachsenhausen dürfte auch er in die Strafkompanie gekommen sein, wo man die Häftlinge mit besonders schwerer Arbeit belastete.

Gustav Holl verstarb am 10. Juni 1940 um 10:00 Uhr in Oranienburg im KZ Sachsenhausen im Alter von 47 Jahren angeblich an einer Lungenentzündung.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover. Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen.
Ich danke Ulf Bollmann, Staatsarchiv Hamburg, für zusätzliche Informationen.
Quellen:
KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Schwul-lesbisches Zentrum Stuttgart Weissenburg e.V ⟩  Der Liebe wegen...Gustav Holl