Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Georg Wilhem Losch



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 24.03.1889
Geburtsort: Kaufbeuren | Bayern
Ermordet am: 09.07.1941
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Georg Wilhelm Losch wurde am 24. März 1889 in Kaufbeuren in Bayern geboren.1 Er wohnte später in Berlin, in der Gitschiner Straße 85, war geschieden und von Beruf Maler und Zeichner. Er bezeichnete sich als glaubenslos.

1938 wurde für das Landgericht Berlin eine Akte wegen eines Verstoßes gegen §175 angelegt; da wurde er wahrscheinlich zu einer längeren Haftstrafe verurteilt. Am 31. Januar 1941 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen, wo ihn die SS als §175-"Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 35.470 erhielt.

Offenbar war er im Juni 1941 krank, denn SS-Ärzte wählten ihn für einen Euthanasie-Transport mit invaliden nicht mehr arbeitsfähigen Häftlingen in die Tötungsanstalt ⟩ Pirna-Sonnenstein in Sachsen aus, der am 7. Juni 1941 abfuhr. Dieser Transport wurde als "Kommando S" bezeichnet. Bald darauf muss Georg Wilhelm Losch mit Gas getötet worden sein. Offiziell gab man die Todesursache mit einer angeblichen Kreislaufschwäche mit dem Grundleiden Lungenentzündung an, wegen der er am 9. Juli 1941 um 5.15 Uhr im Alter von 52 Jahren verstorben sei.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen. Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.