Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Georg Siefken



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 10.08.1875
Geburtsort: Varel | Großherzogtum Oldenburg
Ermordet am: 27.04.1940
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Georg Siefken wurde am 10. August 1875 in Varel im Großherzogtum Oldenburg, im heutigen Niedersachsen, geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige war später selbständiger Vertreter von Beruf und hatte keinen festen Wohnsitz.

Am 20. Juli 1939 lieferte ihn die Polizei Magdeburg unter dem Verdacht, gegen §175 verstoßen zu haben, in das Gefängnis Magdeburg zur Untersuchungshaft ein. Hier beschrieb man ihn wie folgt: 1,68 m groß, kräftige Gestalt, rasiert, blaue Augen und Glatze. Er hatte etliche Vorstrafen, darunter auch fünf Gefängnisstrafen. Ein Gericht in Magdeburg verurteilte ihn am 17. August 1939 wegen "Unzucht mit Männern" nach §175 unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten. Zur Strafverbüßung überführte man ihn am 28. September 1939 in das Gefängnis Gommern bei Magdeburg. Rein rechnerisch sollte seine Strafe am 17. März 1940 verbüßt sein, doch der Justizvollzug dürfte ihn nun nicht mehr in die Freiheit entlassen, sondern ihn an die Polizei ausgeliefert haben.

Die Polizei transportierte ihn wahrscheinlich im darauffolgenden Monat in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo er die Häftlingsnummer 18.784 erhielt. Georg Siefken verstarb am 27. April 1940 im Alter von 64 Jahren im KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017).
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
  Landeshauptarchiv Staatsarchiv Magdeburg, Karteikarten, Rep. C. 144 Gefängnisse Magdeburg, Gommern und Schönebeck B Nr. 276 A-Z.