Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Heinz Paul Otto Froitzheim

Stolperstein Heinz Froitzheim

Kein Stolperstein vorhanden!
Geboren am: 20.07.1912
Geburtsort: Hamburg
Ermordet am: ungeklärt
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Heinz Paul Otto Froitzheim wurde am 20. Juli 1912 in Hamburg geboren. Der Ledige war später Elektroingenieur von Beruf.

1943 bis 1944 befand er sich wegen Vergehens nach §175 verurteilt in Hamburg in Haft. Auf Befehl der Kriminalpolizei Berlin vom 20. Mai 1944 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen, wo die SS ihn als "§175-Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 79.318 erhielt. Wie fast alle Homosexuellen wurde er gezwungen, in der  ⟩  Strafkompanie Schuhläufer in täglichen 40-Kilometermärschen Schuhwerk für die Wehrmacht zu testen. Hier befand sich der 32-Jährige an seinem Geburtstag noch am 20. Juli 1944.

Dass er noch etwa im Herbst 1944 im KZ Sachsenhausen lebte und derzeitig wieder als Ingenieur und vermutlich ab den 30. November 1944 als Elektriker eingesetzt wurde, belegt eine Karteikarte, die für das SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt in Berlin erstellt wurde. Dieses wollte mit IBM-Computern den Arbeitseinsatz der KZ-Häftlinge optimieren.1

Da Mitte 2009 immer noch kein sonst üblicher Todeseintrag im Geburtenregister des Standesamtes Hamburg-Barmbek/Uhlenhorst verzeichnet war, muss befürchtet werden, dass er wahrscheinlich in den Wirren des Kriegsendes umkam, als die Todesmeldungen nicht mehr erstellt werden konnten.
Autor: Rainer Hoffschildt (Hannover, 2018). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Ich danke Ulf Bollmann, Staatsarchiv Hamburg, für zusätzliche Informationen. Bundesarchiv, Berlin, Karteikarte für das SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt in Berlin, erstellt Herbst 1944 bis Frühjahr 1945, Scan 80946.
Ich danke dem Historiker Christian-Alexander Wäldner, Weetzen, für zusätzliche Informationen vom Standesamt Hamburg-Barmbek/Uhlenhorst.
Fußnoten:
1 Vgl. Edwin Black »IBM und der Holocaust« Die Verstrickung des Weltkonzerns in die Verbrechen der Nazis, Ullstein Taschenbuchverlag, 2001, ISBN 3-548-75087-7