Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Hermann Robert Ernst Wilhelm Harks



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 27.04.1900
Geburtsort: Grimmen
Ermordet am: 06.03.1943
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Hermann Robert Ernst Wilhelm Harks wurde am 27. April 1900 in Grimmen in Vorpommern geboren.1 Er wohnte später in Velten in b. Berlin, war verheiratet und von Beruf Schraubenwäscher.

Anfang April und Mitte Mai 1935 befand er sich unter dem Verdacht, gegen §175 verstoßen zu haben, im KZ Lichtenburg in Prettin, jedenfalls erhielt er Geldbeträge zugewiesen aus Malchow in Mecklenburg und Demmin in Vorpommern. Das Landgericht Güstrow verurteilte ihn am 6. Juni 1935 in einer Revisionsverhandlung wegen "Unzucht" mit zwei Männern zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr. Die Strafe verbüßte er in der Haftanstalt Dreibergen-Bützow.

1941 nahm man ihn in Untersuchungshaft in Berlin-Moabit und in Berlin-Plötzensee. Das Landgericht 9 in Berlin verurteilte ihn am 2. Mai 1941 wegen "widernatürlicher Unzucht" nach §175a, Ziffer 3, und nach §175 unter Anrechnung von drei Monaten der Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und zehn Monaten und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für drei Jahre.

Zur Strafverbüßung transportierte man ihn wieder in die Haftanstalt Berlin-Plötzensee. Dort entließ der Justizvollzug ihn nach verbüßter Strafe nicht in die Freiheit, sondern lieferte ihn am 2. Dezember 1942 der Polizei aus.

Etwa im Januar 1943 transportierte ihn die Polizei in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo die SS ihn als Homosexuellen einstufte und er die Häftlingsnummer 58.259 erhielt. Hermann Harks verstarb am 6. März 1943 im Alter von 42 Jahren im KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Katja Seybold für Informationen zum KZ Lichtenburg. Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen.
Ich danke Prof. Rüdiger Lautmann, Berlin, der im Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen forschte, für zusätzliche Informationen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.