Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Hans Heinrich Friedrich Kohl



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 13.01.1897
Geburtsort: Dassow | Mecklenburg
Ermordet am: 14.12.1939
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Hans Heinrich Friedrich Erich Kohl wurde am 13. Januar 1897 in Dassow an der Ostsee in Mecklenburg geboren.1 Er wohnte später in Bützow in Mecklenburg und war von Beruf Bauarbeiter.

1937 befand er sich wegen "widernatürlicher Unzucht" in Haft und sagte dort in der Zelle, Hitler sei ein Satansdiener. Dies wurde denunziert und ein Gericht in Schwerin, wohl das Sondergericht, verurteilte ihn, der als Bibelforscher eingestuft war, am 25. Oktober 1937 nach dem ⟩ Heimtückegesetz zu einer zusätzlichen Gefängnisstrafe von einem Jahr. Am 15. März 1939 entließ man ihn angeblich auf Bewährung vorzeitig aus der Haft, vermutlich aus der Haftanstalt Bützow-Dreibergen.

Am 16. Juni 1939 transportierte man ihn nach Neustrelitz in Mecklenburg und am 29. Juni 1939 weiter in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo er die niedrige Häftlingsnummer 717 erhielt. Hans Kohl verstarb am 14. Dezember 1939 im Alter von 42 Jahren im KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (März 2018). Ich danke dem Historiker Dr. Jan-Henrik Peters, der in Mecklenburg-Vorpommern forschte, für Informationen, Kartei Bützow-Dreibergen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
   Karteikarten im Hauptregister des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen.