Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Hans Kulcke



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 25.02.1900
Geburtsort: Sagen | Schlesien
Ermordet am: 26.04.1945
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Heinz Kulcke wurde am 26. Februar 1900 in Sagen in Schlesien geboren.1 Der Ledige wohnte später in Berlin, in NW 40, und war von Beruf kaufmännischer Angestellter und auch als Segelflieger Fluglehrer.

Am 10. November 1936 nahm ihn die Polizei fest und am Tag darauf verhängte die Gestapo "Schutzhaft". Erst am 11. Februar 1937 nahm man ihn mit Haftbefehl in Untersuchungshaft in der Haftanstalt Berlin-Moabit. Das Landgericht Berlin verurteilte ihn am 22. Mai 1937 nach §175a, Ziffer 3, zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren. Zur Strafverbüßung transportierte man ihn am 25. Mai zunächst in die Haftanstalt Berlin-Plötzensee und am 5. August 1937 in das Zuchthaus Luckau in Brandenburg.

Erst ab 1942 ist sein Schicksal wieder Bekannt. Vom 11. September 1942 bis Anfang Oktober 1942 befand er sich im Polizeigefängnis Berlin und dann im KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo er die Häftlingsnummer 50.276 erhielt. Anfang November 1942 unterbrach man die Polizeihaft für den Strafvollzug. Das Landgericht 2 in Berlin verurteilte ihn am 11. November 1942 erneut nach §175a, Ziffer 3, diesmal aber nur zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr. Die Strafe verbüßte er zunächst im Strafgefängnis Berlin-Tegel und dann in Berlin-Spandau. Nach voll verbüßter Strafe entließ der Justizvollzug ihn nicht in die Freiheit, sondern lieferte ihn am 10 November 1943 der Kriminalpolizei Berlin aus. Die Polizei überführte ihn dann zurück in das KZ Sachsenhausen.

Heinz Kulcke verstarb am 26. April 1945 im Alter von 45 Jahren, 4 Tage nach der Befreiung, im KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin. Ich danke Andreas Sternweiler, Berlin, für Informationen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.