Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Hsoum Ling-Li

Zum Gedenken an ermordete jüdische Magdeburger wurden im September 2010 in Magdeburg
Stolpersteine verlegt.
In der Prälatenstraße fand eine Zeremonie für Hsoum Ling Li statt.



Quelle - Youtube:
»Stolperstein in Magdeburg | Zum Gedenken an Hsoum Ling-Li«
Spieldauer: [05:25]

(Im Video redet auch Rainer Hoffschildt (Hannover)
der viele Lebenswege ermordeter Homosexueller dokumentiert hat.)
Geboren am: 07.03.1904
Geburtsort: Kanton (China)
Ermordet am: 17.07.1942
Verlegeort: ⟩ 39106 Magdeburg, Prälatenstraße 16
Initiator: Lesben- und Schwulenverband Deutschland
Landesverband Sachsen-Anhalt
Zum Lebensweg: Hsoum Ling-Li, geboren am 7. März 1904 in Kanton (China), Arbeiter. ...Hsoum Ling-Li stammt aus Kanton. Kanton ist sowohl der Name für die Stadt unweit von Hongkong, als auch für die sie umgebende südlichste Provinz Chinas.

Ende Juni 1940 liefert die Polizei Ling-Li wegen "Sittlichkeitsverbrechens" in das Untersuchungsgefängnis Magdeburg ein. Ende August desselben Jahres transportiert man ihn für einen Termin am Landgericht Berlin... in das Gefängnis Berlin-Moabit. Mitte Oktober ist er wieder zurück im Gefängnis Magdeburg, wird aber bereits Ende des Monats erneut nach Berlin gebracht, diesmal kommt er dort in Untersuchungshaft.

Im Juni 1942 transportiert man ihn als "Berufsverbrecher" in das KZ Sachsenhausen. Er erhält den Rosa Winkel mit der "Häftlingsnummer 43 263 - § 175". 1 Sehr bald wird er mit fast allen Schwulen aus dem KZ Sachsenhausen weiter in das Außenkommando Klinkerwerk transportiert.

Von Juli bis September 1942 werden hier fast alle Rosa-Winkel-Häftlinge des KZ Sachsenhausen in einer gezielten Mordaktion an Homosexuellen im Klinkerwerk ermordet. Im Klinkerwerk wird auch ein anderer Homosexueller aus Magdeburg ermordet, Kurt Willi Köpp. Im"Sterbebuch Oranienburg" wird unter dem Namen Hsoum Ling-Li folgende Todesursache verzeichnet: "Schulterblattschuß mit Durchtrennung des Herzens bei Fluchtversuch". Hsoum Ling-Li ist, als er stirbt, erst 38 Jahre alt.

1Vgl. Emil Büge: 1470 KZ-Geheimnisse, Seite 155, Metropol Verlag Berlin, 2010

Ausführlicher:
Wir erinnern an Hsoum Ling-Li (pdf)
Quelle: Rainer Hoffschildt, Hannover