Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Hubert Menzerath

Rosa Winkel Heinrich Menzerath

Kein Stolperstein vorhanden!
Geboren am: 19.04.1903
Geburtsort: Aachen
Ermordet am: 23.05.1940
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Hubert Menzerath wurde am 19. April 1903 in Aachen geboren und katholisch getauft.1 Der Ledige wohnte auch später in Aachen und war von Beruf Grundarbeiter. Er hatte schon viele Vorstrafen und wohnte in einer Herberge in der Borngasse 26.

Am 7. Februar 1938 verurteilte ihn das Landgericht Aachen nach §175a, Ziffer 3 RStGB, zu einem Jahr Gefängnishaft, abzüglich von 93 Tagen und 17 Stunden Untersuchungshaft. Er hatte mit dem 19-jährigen ebenfalls obdachlosen Josef B. onaniert. Zur Strafverbüßung transportierte man ihn am 23. Februar 1938 in das Gefängnis Wittlich und von dort zur Schwerstarbeit im Moor am 15. März 1938 in das Strafgefangenenlager Walchum im Emsland. Dort entließ man ihn am 5. November 1938 aus der Strafhaft nach Aachen.

Etwa im Mai 1940 transportierte die Polizei ihn in das KZ Sachsenhausen, wo die SS ihn als §175-„Berufsverbrecher“ einstufte und ihn zur Nummer 19.958 machte. Bereits am 23. Mai 1940 verstarb Hubert Menzerath im KZ Sachsenhausen im Alter von 37 Jahren.
Autor: Rainer Hoffschild, Hannover. Ich danke Fred Brade, Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen. Ich danke dem Historiker Christian-Alexander Wäldner, Weetzen, für zusätzliche Informationen.
Fußnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
   Akte: Niedersächsisches Landesarchiv, Staatsarchiv Osnabrück Rep. 947 Lin II Nr. 4599.