Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Heinz Helmut Schulze



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 21.09.1911
Geburtsort: Berlin-Charlottenburg
Ermordet am: 07.08.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Heinz Helmut Schulze wurde am 21. September 1911 in Berlin-Charlottenburg geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige wohnte später in Berlin-Siemensstadt und war von Beruf Hilfsarbeiter.

Ein Gleichnamiger wurde Mitte Januar und Anfang April 1935 in den Geldbüchern des KZ Lichtenburg in Prettin verzeichnet. Ihm wurde Geld zugeschickt.

Seine Anzeige erfolgte durch die Familienfürsorge. Vom 17. bis zum 18. März 1941 befand er sich im Polizeigefängnis Berlin und danach in Untersuchungshaft in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee. Ein Gutachter hatte ihn für zurechnungsfähig erklärt. Das Landgericht 10 in Berlin verurteilte ihn am 26. Juni 1941 nach §175 unter Anrechnung der Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr.

Zur Strafverbüßung überführte man ihn wieder nach Berlin-Plötzensee. Anscheinend hatte er seine "freiwillige" Kastration beantragt, denn eine offizielle Stelle erklärte sich damit einverstanden. Die Kastration wurde dann aber wohl nicht durchgeführt. Nach voll verbüßter Strafe entließ der Justizvollzug ihn nicht in die Freiheit, sondern lieferte ihn am 17. März 1942 der Kriminalpolizei Berlin aus.

Etwa im April 1942 transportierte ihn die Polizei in das KZ Sachsenhausen, wo die SS ihn als Homosexuellen einstufte und er die Häftlingsnummer 41.989 erhielt. Der Zeitpunkt seines Zugangs im KZ Sachsenhausen war denkbar ungünstig. Im Außenlager Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen wurden zwischen Juli und September 1942 gezielt etwa 180 bis 200 homosexuelle Häftlinge umgebracht.

Heinz Schulze wurde am 7. August 1942 im Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen von der SS ermordet. Er wurde 30 Jahre alt. Als offizielle Todesursache gab man an, er habe um 4:30 Uhr den Freitod durch Erhängen gewählt.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2 Vgl. Müller, Joachim, Unnatürliche Todesfälle, in: Müller, Joachim, Sternweiler, Andreas, Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen, Berlin 2000, S. 216-263.
   Video von der Gedenkveranstaltung am 10.09.2017 am Gedenkort Klinkerwerk.