Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Karl Gerkow oder Gorkow



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 28.12.1895
Geburtsort: Woldegk | Neubrandenburg
Ermordet am: 27.12.1944
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Karl Gerkow oder Gorkow wurde am 26. oder 28. Dezember 1895 in Woldegk bei Neubrandenburg in Mecklenburg geboren.1 Der Ledige war später von Beruf Landarbeiter.

Er befand sich 1942 in den Hoffnungstaler Anstalten Lobetal bei Berlin, wo er homosexuellen Kontakt mit anderen Insassen hatte. Im Oktober 1942 verhaftete ihn die Polizei und am 19. Oktober 1942 nahm man ihn in der Haftanstalt Berlin-Lehrter sStraße in Untersuchungshaft. Das Sondergericht V in Berlin verurteilte ihn am 14. Juli 1943 nach §175 unter Anrechnung der Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Am selben Tag hatte man Walter Heuer aus Lobetal kommend in Untersuchungshaft genommen, der von demselben Gericht am gleichen Tag verurteilt wurde.

Zur Strafverbüßung überführte man ihn zunächst von der Haftanstalt Berlin-Tegel am 21. September 1943 in die Strafanstalt Wittlich im heutigen Rheinland-Pfalz und am 20. September 1944 in die Strafanstalt Ziegenhain in Hessen. Von dort entließ der Justizvollzug ihn nach voll verbüßter Strafe nicht in die Freiheit, sondern lieferte ihn im Oktober 1944 der Polizei Berlin aus, die ihn im Polizeigefängnis Berlin inhaftierte. Noch im Oktober oder November transportierte ihn die Polizei in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo er die Häftlingsnummer 115.379 erhielt. Er verstarb am 27. Dezember 1944 im Alter von etwa 49 Jahren im KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin, dort Gorkow, *26.12.1895 in Woldeck.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.