Der Gesprächskreis Homosexualität

war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Karl Willi Köpp

Stolperstein Kurt Willi Köpp Geboren am: 12.12.1915
Geburtsort: Magdeburg
Ermordet am: 10.06.1942
Verlegeort: ⟩ 39106 Magdeburg, Gutenbergstraße 15
Initiator: Lesben- und Schwulenverband Deutschland
Landesverband Sachsen-Anhalt

Gespendet von Stadtrat Wolfgang Wähnelt
Zum Lebensweg: Kurt Willi Köpp, geboren am 12. Dezember 1915 in Magdeburg, Schneider, wohnhaft in Magdeburg, Gutenbergstraße 15, ermordet am 10. Juli 1942 im KZ Sachsenhausen.

21-jährig kommt er in Untersuchungshaft. Ihm wird Verstoß gegen Paragraph 175 Strafgesetzbuch vorgeworfen. Wegen "widernatürlicher Unzucht" wird er am 1. November 1937 zu 3 Jahren Gefängnis abzüglich 2 Monaten Untersuchungshaft verurteilt. Während der Haft erhält er zweimal kurzen Urlaub, vermutlich aus familiären Anlässen. Im September 1940 wird er entlassen. Aber sehr bald verliert er seine Freiheit wieder, bereits im Januar 1941 wird er vom KZ Neuengamme (wohin er offenbar wegen seiner Homosexualität verbracht worden ist) in das KZ Dachau transportiert, von dort im Juli nach Buchenwald, wo er im Steinbruch arbeitet (Häftlingsnummer 6 995 - § 175). Aber bereits im März 1942 gelangt er ins Männerlager des KZ Ravensbrück und schließlich im Mai ins KZ Sachsenhausen, Häftlingsnummer 42 420.

Am 10. Juli 1942 wird er mit sieben anderen Homosexuellen in der Mordaktion an Homosexuellen im Klinkerwerk 1 ermordet, darunter auch Ling-Li Hsoum, der zuletzt wie Köpp in Magdeburg gelebt hat.

1Vgl. Emil Büge: 1470 KZ-Geheimnisse, Seite 155, Metropol Verlag Berlin, 2010

Ausführlicher:
Wir erinnern an Kurt Willi Köpp (pdf)
Foto: © Robert Tecklenburg, LSVD Magdeburg - Quelle: Rainer Hoffschildt, Hannover