Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Karl Rösner



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 07.03.1883
Geburtsort: Waldenburg | Schlesien
Ermordet am: 25.02.1943
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Karl Rösner wurde am 7. März 1883 in Waldenburg in Schlesien als Sohn von Ernst und Auguste Rösner geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige wohnte später in Bautzen in Sachsen in der Schlachthofstraße Nr. 13 und war von Beruf Kaufmann.

Ein Gericht hatte ihn als "gefährlichen Gewohnheitsverbrecher" zur zeitlich unbefristeten Sicherungsverwahrung verurteilt, nachdem er seine Strafe verbüßt hätte. Das Gericht wollte ihn also für alle Zeiten aus dem "deutschen Volkskörper" ausscheiden.

Reichsjustizministers Otto Thierack hatte im September 1942 mit dem SS- und Polizeichef Heinrich Himmler vereinbart, dass Sicherungsverwahrte und zu langen Haftstrafen Verurteilte "durch einen Einsatz dort, wo sie zugrunde gingen, vernichtet werden."2 Ende 1942 und Anfang 1943 wurde die Masse der Sicherungsverwahrten vom Justizvollzug der Polizei ausgeliefert und in ein KZ transportiert, so auch Karl Rösner.

Ihn transportierte man etwa im Dezember 1942 in das KZ Sachsenhausen, wo ihn die SS als "§175-Berufsverbrecher" und Sicherungsverwahrten einstufte und er die Häftlingsnummer 53.718 erhielt. Sicherungsverwahrte belastete die SS in den KZ mit schwerstmöglicher Arbeit; die meisten starben recht schnell. Karl Rösner starb am 25. Februar 1943 im Alter von 59 Jahren den von der Justiz gewünschten Tod angeblich um 11:00 Uhr an Herzdekompensation beim Grundleiden allgemeiner Körperschwäche.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (März 2018). Ich danke Prof. Rüdiger Lautmann, Berlin, der im Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen forschte, für Informationen. Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2 Weinkauff, Hermann, die Deutsche Justiz und der Nationalsozialismus, in: Die Deutsche Justiz und der Nationalsozialismus, Teil 1, Stuttgart 1968, S. 154, zitiert nach Karl-Leo Terhorst,
   Polizeiliche planmäßige Überwachung und polizeiliche Vorbeugungshaft im Dritten Reich, Heidelberg 1985, S. 168.