Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Kurt Schiefer



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 10.08.1907
Geburtsort: Magdeburg-Sudenburg
Ermordet am: 02.04.1941
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Kurt Schiefer wurde am 10. August 1907 in Magdeburg-Sudenburg geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige wohnte auch später in Magdeburg und war von Beruf Elektriker.

Die Polizei Magdeburg überführte ihn am 7. Oktober 1938 unter dem Verdacht, gegen §175 verstoßen zu haben, in das Gefängnis Magdeburg. Dort beschrieb man ihn wie folgt: 1,68 m groß, kräftige Gestalt, rasiert, graue Augen und dunkles Haar. Ein Gericht in Magdeburg verurteilte ihn am 17. November 1938 wegen "Unzucht mit Männern in 2 Fällen" unter Anrechnung von 33 Tagen, 10 Stunden und 33 Minuten Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr. Er hatte keine Vorstrafe. Kaum erkennbar verzeichnete man mit Bleistift auf seiner Karteikarte noch eine weitere Bestrafung, sodass sich eine Gesamtstrafe von zwei Jahren ergab.

Zur Strafverbüßung überführte man ihn zur Schwerstarbeit am 15. Dezember 1938 in das ⟩  Strafgefangenenlager Rodgau in Dieburg bei Darmstadt. Am 1. Februar 1939 traf er wieder zurück in Magdeburg ein, war aber nur "Transportgefangener", der am 22. Februar 1939 in ein Gefängnis nach Berlin verlegt wurde. Aus dem Untersuchungsgefängnis Berlin traf er am 7. März 1939 erneut wieder in Magdeburg ein und wurde kurz darauf abermals in das Strafgefangenenlager Rodgau überstellt.

Ursprünglich sollte seine Strafverbüßung am 5. Oktober 1939 enden, mit der weiteren Bestrafung entsprechend ein Jahr später. Etwa im November 1940 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo er die Häftlingsnummer 34.202 erhielt.

Kurt Schiefer verstarb am 2. April 1941 im Alter von 33 Jahren im KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017).
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
   Landeshauptarchiv Staatsarchiv Magdeburg, Karteikarten, Rep. C. 144 Gefängnisse Magdeburg, Gommern und Schönebeck B Nr. 276 A-Z, 3 Karteikarten.