Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Kurt Wilhelm Georg Voigt



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 05.10.1903
Geburtsort: Leipzig-Stötteritz
Ermordet am: 20.02.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Kurt Wilhelm Georg Voigt wurde am 5. Oktober 1903 in Leipzig-Stötteritz in Sachsen geboren und evangelisch getauft.1 Er wohnte später in Leipzig in der Wasserturmstraße Nr. 7, war verheiratet und von Beruf Eisendreher.

Etwa im Februar 1941 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen, wo ihn die SS als "§175-Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 35.765 erhielt. Am 21. Mai 1941 verlegte man ihn von Sachsenhausen in das ⟩  KZ Natzweiler im Elsass im besetzten Teil Frankreichs, wo die SS ihn ebenso einstufte und er die Häftlingsnummer 149 erhielt. Dies war zugleich auch seine Nummer auf der Transportliste gewesen, denn er gehörte zum ersten Transport nach Natzweiler überhaupt. Im Juni 1941 wurden 300 Häftlinge von Sachsenhausen nach Natzweiler überführt, darunter mindestens 49 §175-Opfer, also erstaunliche 16%, während im Durchschnitt um 1% der Häftlinge in Sachsenhausen §175-Opfer waren. Wegen des hohen Anteils, erscheint dies also ähnlich einer Abschiebeaktion aus Sachsenhausen zu sein.

Mit drei weiteren Homosexuellen überführte man ihn bereits am 23. Juni 1941 zurück von Natzweiler nach Sachsenhausen, wo er am Tag darauf eintraf. Vom 11. bis zum 31. Juli und vom 29. bis zum 30. August und nochmals am 1. November 1941 befand er sich im Häftlingskrankenrevier. Kurt Voigt Verstarb am 20. Februar 1942 im Alter von 38 Jahren im KZ Sachsenhausen angeblich um 10.05 Uhr an Herzschwäche beim Grundleiden Lungenentzündung.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (März 2018). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen. Ich danke dem Historiker Andreas Sternweiler, Berlin, für Informationen. Ich danke Prof. Rüdiger Lautmann, Berlin, der im Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen forschte, für zusätzliche Informationen. Ich danke Mathias Strohbach für zusätzliche Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Natzweiler. Ich danke Jean-Luc Schwab, Petit-Landau, Frankreich, für zusätzliche Informationen über das KZ Natzweiler.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.