Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & des Männerlagers im KZ Ravensbrück

Max Everts



Häftlingsnummer 1184
KZ Ravensbrück | Männerlager
Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 09.10.1903
Geburtsort: ⟩  Remscheid
Ermordet am: 11.07.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Max Everts wurde am 9. Oktober 1903 in Remscheid geboren und evangelisch getauft. Er blieb ledig, lebte auch später in Remscheid und war Ingenieur von Beruf. Lange Zeit war er Mitglied der NSDAP.

Die Polizei Remscheid verhaftete ihn am 4. November 1938. Den 35-Jährigen verurteilte das Landgericht Wuppertal am 23. Februar 1939 wegen "Sittlichkeitsverbrechens", also vermutlich nach §175a, zu drastischen drei Jahren Zuchthaushaft, abzüglich von 101 Tagen Untersuchungshaft, und zu drei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Er hatte keine Vorstrafe.

Zur Strafverbüßung transportierte man ihn zur Schwerstarbeit im Moor auch in das ⟩  Strafgefangenenlager Walchum im Emsland. Von hier verlegte man ihn am 22. August 1940 in das Emslandlager Neusustrum und am 23. November 1940 zurück nach Walchum.

Nach einiger Zeit überstellte man ihn in das Zuchthaus Celle. Von hier transportierte man ihn am 24. Februar 1941 in das Zuchthaus Hameln. Einen Tag vor seinem eigentlichen Haftende holte ihn am 19. Dezember 1941 die Polizei Hameln ab und brachte ihn als Polizeigefangenen im Gerichtsgefängnis Hameln unter. Am 24. Dezember 1941 ging es weiter in das Polizeigefängnis Wuppertal.

Am 30. Januar 1942 transportierte man ihn als Rosa-Winkel-Häftling in das KZ Buchenwald bei Weimar in Thüringen, wo er die Häftlingsnummer 6.306 erhielt und im Block 10 untergebracht wurde. Vermutlich kam er wie fast alle Homosexuellen in Buchenwald in die Strafkompanie, in der die Häftlinge mit besonders schwerer Arbeit belastet wurden.
Karteikarte


Bild: 🔎 Effektenkarte KZ Buchenwald; Haftgrund 175er Häftling; Anschrift der Mutter.
Von dort ging es am 14. März 1942 weiter in das Männerlager des KZ Ravensbrück, wo er die Häftlingsnummer 1.184 erhielt.

Max Everts wurde am 11. Juli 1942 im KZ Ravensbrück | Männerlager im Alter von 38 Jahren ermordet.
Autor: Rainer Hoffschildt (Hannover); Lothar Dönitz (Berlin, 2020).
Quellen:
Karteikarten im ⟩  Aroslen Archives International Center on Nazi Persecution (ehem. Internationaler Suchdienst Arolsen.)