Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & Ravenbrück - Männerlager

Mayer Plonski

Stolperstein Mayer Plonski Geboren am: 08.04.1898
Geburtsort: Warschau
Ermordet am: 29.04.1940
Verlegeort: ⟩ 20095 Hamburg-Mitte, Schmiedestraße Ecke/Rathausstraße
Initiator: Keine Angabe
Zum Lebensweg: Mayer Plonski wurde am 8. April 1898 in Warschau geboren.1
"Meir Plonski wurde im Jahr 1898 in Warszawa, Polen geboren. Er war der Sohn von Srul und Malka, geb. Vaksman. Er war Vertreter und mit Meir Ledig. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Hamburg, Deutsches Reich. Während des Krieges war er in Deutsches Reich. Meir wurde in der Schoah ermordet. Quelle dieser Informationen: Gedenkblatt, eingereicht von: Bruder Arie Plonski"2
Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er den Beruf des Hutmachers. 1917 wandert er ins Deutsche Reich ein und ließ sich in Berlin nieder, wo er sich als Kaufmann und Reisender für Textilwaren betätigte. Später wohnte er in Dresden und ab 1930 wechselweise in Hamburg und in Warschau.

Er wurde 1924,1926, 1928 und 1938 wegen Unterschlagung, Betrugs und Urkundenfälschung straffällig.

1939 hielt er sich wieder ohne festen Wohnsitz in der Hansestadt auf, angeblich um als blinder Passagier auszuwandern. Als Adresse gab er einen Onkel Manao, wohnhaft in der Schmiedestrasse 2 an.

Am 5. Mai 1939 wurde Mayer Plonski durch den Strichjungen Erwin Jochimsen im Polizeiverhör verraten, der Plonski erpresst hatte. Noch am selben Tag suchten die Beamten in Begleitung von Jochimsen sind die Bedürfnisanstalt am ⟩  Hopfenmarkt auf, wo Mayer Plonski festgenommen wurde. Zunächst leugnete er der Gesuchte zu sein und gab sich als einer seiner arischen Bekannten aus. Selbst als die Polizisten seine Angaben anhand eines Lichtbildes widerlegt hatten, blieb er bei seinen Angaben, bis alles Leugnen nicht mehr half. Da er sich ohne gültige Ausweispapiere in Deutschland aufhielt, leitete die Polizei auch ein Verfahren wegen Passvergehens ein.
"Ich habe den Plonski mit Theodor T. mal erpresst ... wir haben ihn angesprochen und haben von ihm Geld verlangt. Erst wollte er nicht, schließlich hat er uns 14 - 15 Mark gegeben, daß Geld haben wir uns geteilt. ... Seit etwa 10 Jahren läuft er immer wieder an den Bedürfnisanstalten umher. Er fürchtet, daß wir ihn festnehmen ließen, deswegen hat er uns Geld gegeben." (Erwin Jochimsen, 5. Mai 1939)
Am 3. Juli 1939 wurde Mayer Plonski vom Amtsgericht Hamburg wegen fortgesetzten Vergehens nach § 175 RStGB zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe verbüsste im Gefängnis Hamburg-Altona. Nach seiner entlassung wurde er der Polizeibehörde überstellt und in das KZ Sachsenhausen verbracht. Hier erhielt der die Häftlingsnummer 10432. Vermutlich musste er dort den Rosa-gelben Winkel für homosexuelle Juden tragen. Am 29.04.1940 wurde er ermordet.
Autoren: Bernhard Rosenkranz †, Ulf Bollmann in: "Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 19191969" Hamburg: lambda 2009, S. 76, 245
Bild: hinnerk11 ⟩ Wikipedia - Liste der Stolpersteine in Hamburg-Neustadt
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2 Gedenkbuch Meir Plonski in der Zentralen Datenbank von ⟩  Yad Vashem ¦ Shoah Opfernamen
   Das Bundesarchiv - Gedenkbuch ⟩  Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945