Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Martin Schönfeld

Rosa gelbler Winkel

Homosexueller Jude.
Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 21.08.1893
Geburtsort: Hannover
Ermordet am: 06.10.1941
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Bei Martin Schönfeld der in den Unterlagen in Sachsenhausen unter der Häftlingsnummer 36602 und als "Jude 176" geführt wurde, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um einen Juden aus Hannover. Dort am 21. August 1893 geboren, war er wegen einer sexuellen Beziehung zu einem Jungen verurteilt worden.

Seine Strafe verbüßte er im Zuchthaus Celle und kam von dort offenbar am 8. März 1941 ins KZ Sachsenhausen als homosexueller jüdischer "Berufsverbrecher" in Vorbeugehaft. In der Meldung "Zugang" wird er der Häftlingskategorie "Rassenschänder"1 eingeordnet.

Vom 14. bis 30. Juni 1941 lag er im Krankenbau. Kurz darauf am 11.08.1941 wurde er ins KZ Groß-Rosen verlegt.2
In Groß-Rosen wurde er bereits am 6. Oktober 1941 ermordet.3
Aus der ⟩  Zentralen Datenbank der Namen der Holocaustopfer Yad Vashem ¦ Shoah Opfernamen:
»Martin Schönfeld wurde im Jahr 1893 in Hannover, Deutsches Reich geboren.
Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte er/sie in Hannover,
Deutsches Reich. Während des Krieges war er/sie in Sachsenhausen, Deutsches Reich. Martin wurde in der Schoah ermordet.«
Gedenkbuch Yad Vashem Aus dem ⟩  Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945:
»Schönfeld, Martin
geboren am 21. August 1893 in Hannover / - / Hannover
wohnhaft in Celle, Berlin (Charlottenburg) und Hannover
Inhaftierung:
08. Dezember 1939, Celle, Zuchthaus
08. März 1941, Sachsenhausen, Konzentrationslager
Deportation:
08. März 1941, Sachsenhausen, Konzentrationslager
Todesdatum: 06. Oktober 1941
Todesort: Groß-Rosen, Konzentrationslager«






 🔎 Gedenkbuch Martin Schönfeld.
Autoren: Andreas Sternweiler »Homosexuelle Juden« in: Müller, Joachim, Sternweiler, Andreas, Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen, Berlin 2000, S. 177.
Recherchen im Verstorbenen Register Gross-Rosen, in der Datenbank Yad Vashem und im Gedenkbuch des Bundesarchivs: Lothar Dönitz, Berlin 2018.
Fußnoten:
1 Zugang am 08.03.1941, FSB-Archiv Moskau, N1-19092/Tom 97, Bl. 066 AS Signatur: JSU 1/97, Bl. 066
2 Meldung Transport am 11.08.1941, Archiv der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen R214/M 55, Bl. 038
3 Gross-Rosen in Rogoźnica: ⟩  Verstorbenen Register. Bücher des Sterbebuch-Standesamt Gross-Rosen vom August 1940 bis 01.10.1942. Abgesehen von Todesfällen von Bürgern des Dorfes wurden dort auch Todesfälle von Häftlingen festgestellt, darunter auch der Name von Martin Schönfeld.