Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Michael Walter

Stolperstein Michael Walter Geboren am: 12.03.1899
Geburtsort: Grosselfingen | Württemberg
Ermordet am: 30.06.1942
Verlegeort: ⟩ 10965 Berlin, Prinzenstraße 98
Initiator:  
Zum Lebensweg: Michael Walter wurde am 12. März 1899 in Grosselfingen in Hohenzollern, heute Baden-Württemberg, geboren und katholisch getauft.1 Der Ledige wohnte später in Berlin und war von Beruf Gastwirt.

In der Weimarer Republik war Michael Walter eine bekannte Erscheinung in der Berliner Homosexuellenszene. Von 1927-1933 war er Gastwirt des Kreuzberger Lokals »Cosy Corner« in der Zossener Straße 7, zu dessen Stammkunden auch  ⟩ Christopher Isherwood und Klaus Mann zählten. Das Lokal wurde 1933 geschlossen.2

Mindestens von Mitte Januar bis Mitte Februar 1935 befand er sich im  ⟩ KZ Lichtenburg-Prettin; da sandte man ihm Geld dorthin zu. Vermutlich wurde er später wegen homosexueller Handlungen verurteilt.

Am 20. Juni 1940 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo die SS ihn als §175-Häftling einstufte und er die Häftlingsnummer 25.919 erhielt. Bereits zehn Tage nach seinem Zugang im KZ verstarb Michael Walter am 30. Juni 1940 im Alter von 41 Jahren angeblich an einer Lungenentzündung.
Autoren: Dr. Jens Dobler, Berlin; Rainer Hoffschildt, Hannover; Lothar Dönitz, Berlin.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
   ⟩ Stolpersteine in Berlin Stolperstein Manfred Walter.
2 Siehe dazu: Jens Dobler: Von anderen Ufern. Geschichte der Berliner Lesben und Schwulen in Kreuzberg und Friedrichshain, Berlin 2003, S. 170 ff.