Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Max Wolf



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 19.04.1906
Geburtsort: Kattowitz | Schlesien
Ermordet am: 28.05.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Max Wolf wurde am 19. April 1906 in Kattowitz in Schlesien, heute Polen, geboren.1 Der Ledige wohnte später in Berlin-Schönefeld und war von Beruf Buchhalter. Da er jüdischer Herkunft war, zwangen ihm die Nationalsozialisten den zweiten Vornamen "Israel" auf.

Vom 10. bis zum 13. Juli 1939 befand er sich im Polizeigefängnis Berlin, dann ließ man ihn frei. Im Januar 1940 erließ man einen Haftbefehl und Anfang März 1940 befand er sich in der Haftanstalt Berlin-Moabit. Angeklagt wurde er nach §175a, Ziffer 3, und nach §176, also auch wegen pädophiler Handlungen. Das Landgericht Berlin verurteilte ihn aber lediglich nach §175 unter Anrechnung der Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Zur Strafverbüßung verlegte man ihn Anfang Juni in das Gefängnis Berlin-Tegel, wo man ihn angeblich am 24. August 1940 aus der Haft entließ.

Max Wolf verstarb am 28. Mai 1942 im Alter von 36 Jahren im KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Abweichend wird sein Geburtstag in einer Akte auch mit 20.08.1901 angegeben. Ich danke Wolfgang Röll aus der Gedenkstätte Buchenwald für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Buchenwald. Ich danke dem Historiker Bernhard Strebel, Hannover, für zusätzliche Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Ravensbrück. Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen. Ich danke Prof. Rüdiger Lautmann, Berlin, der im Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen forschte, für zusätzliche Informationen. Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.