Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Oskar August Thierold



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 09.08.1914
Geburtsort: Rehau | Bayern
Ermordet am: 25.06.1941
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Oskar August Thierold wurde am 9. August 1914 in Rehau bei Hof in Oberfranken in Bayern als Sohn von August und Frieda Thierold geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige wohnte später in Dresden in Sachsen in der Bautzener Straße 38 und war von Beruf Musiker.

Etwa im November 1940 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen, wo ihn die SS als "§175-Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 34.123 erhielt. Offenbar erkrankte er im KZ. Jedenfalls teilte man ihn am 5. Juni 1941 dem "Kommando S" zu. Damit ist wahrscheinlich der "Transport S" gemeint, auf den zu der Zeit 269 unter anderem durch den Arzt Friedrich Mennecke ausgewählte Häftlinge kamen. Sie wurden mit Lastwagen am 4., 5. und 7. Juni 1941 in die Euthanasie-Tötungsanstalt  ⟩ Pirna-Sonnenstein transportiert und in der dortigen Gaskammer mit Kohlenmonoxid erstickt. In dieser Tötungsanstalt wurden 1940 und 1941 etwa 14.000 Menschen ermordet.

Gezielte Vergasungsaktionen wie etwa bei den Juden oder Sinti und Roma sind an Homosexuellen bislang nicht bekannt. Trotzdem gab es auch Vergasungsaktionen an kranken und nicht mehr arbeitsfähigen invaliden KZ-Häftlingen, die für die SS wertlos geworden waren. Darunter waren auch etliche homosexuelle Männer. Diese Mordaktionen sollten vertuscht werden, indem falsche Todesursachen und möglicherweise auch falsche Angaben des Todesortes und Todeszeitpunktes dokumentiert wurden. Deshalb sind die folgenden standesamtlichen Angaben wahrscheinlich eine Fälschung:

Zu seinem Tod gab die SS an, Oskar Thierold sei am 25. Juni 1941 angeblich um 16.40 Uhr an Kreislaufschwäche beim Grundleiden septischer Angina im KZ Sachsenhausen verstorben. Er wurde 26 Jahre alt.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (März 2018). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.