Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Oskar Wedekamp



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 12.10.1902
Geburtsort: Groß Salze | Calbe
Ermordet am: 23.02.1941
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Oskar Wedekamp wurde am 12. Oktober 1902 in Groß Salze bei Calbe, heute Schönebeck an der Elbe bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt, geboren und evangelisch getauft.1 Er wohnte zunächst in Schönebeck und später an einem anderen Ort, war geschieden und von Beruf Elektriker.

Aus dem Gerichtsgefängnis Schönebeck überführte man ihn am 19. August 1936 zur Untersuchungshaft in das Gefängnis Magdeburg. Hier beschrieb man ihn wie folgt: 1,78 m groß, schlanke Gestalt, rasiert, blaue Augen und Glatze. Das Landgericht Magdeburg verurteilte ihn am 13. Oktober 1936 wegen "widernatürlicher Unzucht" zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr. Die Untersuchungshaft rechnete das Gericht nicht auf die Strafhaft an, weil er offenbar nicht geständig war, sondern geleugnet hatte. Nach voll verbüßter Strafe entließ man ihn am 13. Oktober 1937 aus der Haft.

Doch am 4. Mai 1938 lieferte ihn die Polizei Magdeburg wegen eines Verstoßes gegen §175 erneut zur Untersuchungshaft in das Gefängnis Magdeburg ein. Zu ihm wurde nun vermerkt, er sei 1,80 m groß und habe dunkelblondes Haar und auch ein "Tatgenosse". Als Anschrift gab er nun die seines Vaters an. Diesmal verurteilte ein Gericht den einschlägig Vorbestraften zu einer drastischen Zuchthausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Zur Strafverbüßung überführte man ihn am 25. August 1938 mit Personalakte in das Zuchthaus Coswig in Anhalt. Er dürfte dann Ende 1940 vom Justizvollzug nicht mehr in die Freiheit entlassen, sondern der Polizei ausgeliefert worden sein.

Im Januar 1941 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen, wo er die Häftlingsnummer 35.173 erhielt. Oskar Wedekamp verstarb bereits am 23. Februar 1941 im Alter von 38 Jahren im KZ Sachsenhausen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (März 2018). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
   Landeshauptarchiv Staatsarchiv Magdeburg, zwei Karteikarten, Rep. C. 144 Gefängnisse Magdeburg, Gommern und Schönebeck B Nr. 276 A-Z. I