Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & des Männerlagers im KZ Ravensbrück

Otto Hermann Weißer



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 28.10.1883
Geburtsort: Rubitz | Gera
Ermordet am: 25.06.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Otto Hermann Weißer wurde am 28. Oktober 1883 in Rubitz Krs. Gera, seit 1. Jauar 1919 Ortsteil von Gera, in Thüringen geboren.1 Er wohnte später in ⟩  Haldensleben, Köhlerstraße 10, er war verheiratet, hatte drei Kinder und war von Beruf ungelernter Bauarbeiter. Er gab an, glaubenslos zu sein. Otto Weißer war von 1905 bis 1930 Mitglied in der SPD.

Nach einer Strafvollbüßung wurde er nicht entlassen. Am 31.12.1941 ordnete die Kripo in Maggdeburg die "Schutzhaft" an. Aus einer Haftanstalt (Strafgefängnis Magdeburg?) transportierte man ihn am 12. Februar 1942 in das KZ Buchenwald bei Weimar in Thüringen.

Im Häftlingsfragebogen des KZ Buchenwald sind 2 Vorstrafen wegen "Verstoß gegen § 176" und "Blutschande" eingetragen.2 Die SS stufte ihn als "Homosex", er erhielt die Häftlingsnummer 6.787 und wurde im Block 10 untergebracht.

Von dort überführte man ihn bereits am 13. März 1942 in das Männerlager des KZ Ravensbrück in Brandenburg, wo er möglicherweise die Häftlingsnummer 1.775 erhielt.

Die Einlieferung am 12. Februar 1942 sowie die Verlegung am 13. März 1942 in das Männerlager des KZ Ravensbrück erfolgten gemeinsam mit den „Rosa-Winkel-Häftlingen“ ⟩  Gustav Herzberg und ⟩  Werner Gluszewski.2

Weiter ging es am 21. Mai 1942 in das KZ Sachsenhausen, wo die SS ihn ebenfalls als §175-Häftling einstufte und er die Häftlingsnummer 42.364 erhielt.

Otto Weißer wurde am 25. Juni 1942 um 07:40 Uhr im Alter von 58 Jahren im KZ Sachsenhausen ermordet. Im Sterbebuch und Sterbeurkunde des Standesamtes Oranienburg wurde als Todeursache "Doppelseitige Lungenentzündung" eingetragen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (März 2018), Lothar Dönitz, Berlin (März 2020)
Fußnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2 Fragebögen, Karteikarten, Sterbeurkunde im ⟩  im Aroslen Archives International Center on Nazi Persecution (ehem. Internationaler Suchdienst Arolsen.)