Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Otto Weyh

Rosa Winekl für Otto Weyh

Kein Stolperstein vorhanden, hier nur der Leidensweg.
Geboren am: 01.01.1897
Geburtsort: Wasungen b. Meiningen
Ermordet am: 04.04.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Otto Weyh wurde am 1. Januar 1897 in Wasungen im Kreis Meiningen in Thüringen geboren und evangelisch getauft.1 1933 lebte der Ledige in Wesermünde, das heute Bremerhaven heißt, in der Jakobistraße 32 und arbeitete als Buchhalter.
Ein Schöffengericht in Wesermünde verurteilte den 36-Jährigen am 14. Juli 1933 wegen Sittlichkeitsverbrechens zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis, abzüglich der Untersuchungshaft von 77 Tagen. Er war nicht vorbestraft. Zur Strafverbüßung transportierte man ihn im August 1933 in das Strafgefängnis Hameln, das erst später in ein Zuchthaus umgewandelt wurde. Nach voll verbüßter Strafe entließ man ihn dort im August 1934 nach Wesermünde.
Nicht selten ist mit solchen Verurteilungen ein sozialer Abstieg verbunden, so auch bei ihm. Seine Arbeit als Buchhalter dürfte er verloren haben, jedenfalls arbeitete er später als Bote in Wesermünde. Wahrscheinlich verurteilte man ihn auch erneut als Homosexuellen. Etwa im April oder Mai 1941 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen, wo er die Häftlingsnummer 37.941 erhielt und als "Aso BV 175" einstufte, also als asozialen Homosexuellen und als Berufsverbrecher.
Er erkrankte und ging am 12. Oktober 1941 dem Häftlingskrankenrevier zu. Otto Weyh verstarb am 4. April 1942 im KZ Sachsenhausen im Alter von 45 Jahren.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover; Ich danke Bernhard Gelderblom, Hameln, und Mario Keller-Holte für Informationen aus folgender Akte: : Niedersächsisches Landesarchiv, Hauptstaatsarchiv Hannover, Hann. 86 Hameln Acc. 143/90 Nr. 1134. Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen.
Fussnoten:
1  KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.