Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Karl Otto Paul Hamme

Rosa Winkel Paul Hamme

Kein Stolperstein vorhanden!
Geboren am: 01.08.1892
Geburtsort: Schöneberg (seit 1920 Berlin-Schöneberg)
Ermordet am: 07.06.1940
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Karl Otto Paul Hamme wurde am 1. August 1892 im heutigen Berlin-Schöneberg geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige wohnte auch später in Berlin und war Arbeiter.

Er hatte bereit u.a. zwei einschlägige kurze Gefängnis-Vorstrafen wegen "tätiger Beleidigung" von 14-jährigen Jungen, als der 44-Jährige am 27. Juli 1937 in Untersuchungshaft genommen wurde. Seine Nachbarin hatte ihn denunziert.

Am 4. November 1937 verurteilte ihn das Landgericht Berlin wegen "fortgesetzten Vergehens nach §175 RStGB, teilweise in Tateinheit mit Verbrechens nach §175a, Ziffer 3", zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaushaft, abzüglich von 102 Tagen, 12 Stunden und 20 Minuten Untersuchungshaft, und zu drei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.

Zur Strafverbüßung überführte man ihn am 3. Dezember 1937 in das Zuchthaus Brandenburg-Görden, dann ab den 7. März 1938 vorübergehend in das Zuchthaus Sonnenburg in der Neumark. Und schließlich verlegte man ihn vermutlich im Februar 1939 von Brandenburg-Görden zur Schwerstarbeit im Moor in das Strafgefangenenlager Börgermoor im Emsland.

Angeblich hat man ihn dort am 22. Januar 1940 nach Hause entlassen. Dies dürfte aber nicht stimmen; vermutlich hat der Justizvollzug ihn der Polizei ausgeliefert. Am 5. April 1940 transportierte die Polizei ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo ihn die SS als §175-"Berufsverbrecher" einstufte und ihn zur Nummer 18.183 machte. Paul Hamme verstarb am 7. Juni 1940 gegen 5.00 Uhr im KZ Sachsenhausen im Alter von 47 Jahren angeblich durch Freitod durch Erhängen.
Autor: Rainer Hoffschild, Hannover. Ich danke der Historikerin Dr. Carola v. Bülow für Informationen. Ich danke dem Historiker Christian-Alexander Wäldner, Weetzen, für zusätzliche Informationen. Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen. Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen.
Fußnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
   Akte: Niedersächsisches Landesarchiv, Staatsarchiv Osnabrück Rep. 947 Lin II Nr. 2410.
   Landesarchiv Berlin Bestand A Rep. 358-02 Nr. 128155.