Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Hans Hermann Paul Meinhardt



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 04.04.1920
Geburtsort: Leipzig
Ermordet am: 23.06.1941
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Hans Hermann Paul Meinhardt wurde am 4. April 1920 in Leipzig in Sachsen geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige wohnte auch später in Leipzig in der Mahlmannstraße 9 und war von Beruf Markthelfer.

Etwa im November 1940 transportiert man den 20-Jährigen, der damals noch als Jugendlicher galt, in das KZ Sachsenhausen, wo ihn die SS als "§175-Schutzhäftling" einstufte und er die Häftlingsnummer 33.516 erhielt.

Offenbar erkrankte er im KZ. Jedenfalls teilte man ihn am 5. Juni 1941 dem "Kommando S" zu. Damit ist wahrscheinlich der "Transport S" gemeint, auf den zu der Zeit 269 unter anderem durch den Arzt Friedrich Mennecke ausgewählte Häftlinge kamen. Sie wurden mit Lastwagen am 4., 5. und 7. Juni 1941 in die Tötungsanstalt ⟩ Pirna-Sonnenstein transportiert und in der dortigen Gaskammer mit Kohlenmonoxid erstickt. In dieser Tötungsanstalt wurden 1940 und 1941 etwa 14.000 Menschen ermordet.

Gezielte Vergasungsaktionen wie etwa bei den Juden oder Sinti und Roma sind an Homosexuellen bislang nicht bekannt. Trotzdem gab es auch Vergasungsaktionen an kranken und nicht mehr arbeitsfähigen invaliden KZ-Häftlingen, die für die SS wertlos geworden waren. Darunter waren auch etliche homosexuelle Männer. Diese Mordaktionen sollten vertuscht werden, indem falsche Todesursachen und möglicherweise auch falsche Angaben des Todesortes und Todeszeitpunktes dokumentiert wurden.

Deshalb sind die folgenden standesamtlichen Angaben wahrscheinlich eine Fälschung.
Zu seinem Tod gab die SS an, Paul Meinhardt sei am 23. Juni 1941 angeblich um 6:45 Uhr an Kreislaufversagen beim Grundleiden Lungen- und eitrige Rippenfellentzündung im KZ Sachsenhausen verstorben. Er wurde 21 Jahre alt.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (März 2018). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.