Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Paul Stürtz



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 23.04.1880
Geburtsort: Königsberg-Löbenicht
Ermordet am: 27.07.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Bernhard Paul Louis Stürtz oder Sturtz wurde am 23. April 1880 in Königsberg-Löbenicht in Ostpreußen geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige wohnte später in Berlin in der Holzmarktstraße 48 und war von Beruf Schlosser.

Offenbar kam er etwa im März 1941 in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo ihn die SS als Homosexuellen und "Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 36.523 erhielt. Vom 18. April bis zum 31. Mai 1941 musste er in den Häftlingskrankenbau. Der Zeitpunkt seines Zugangs im KZ Sachsenhausen war denkbar ungünstig. Im Außenlager Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen wurden zwischen Juli und September 1942 gezielt etwa 180 bis 200 homosexuelle Häftlinge umgebracht.2

Er wurde am 27. Juli 1942 im Alter von 62 Jahren im Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen von der SS ermordet. Als offizielle Todesursache gab die SS an, er sei um 16.00 Uhr an Herz- und Kreislaufschwäche beim Grundleiden Ruhr verstorben.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2 Joachim Müller in: Joachim Müller, Andreas Sternweiler, Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen, Berlin 2000, S. 216 ff.
   Video von der Gedenkveranstaltung am 10.09.2017 am Gedenkort Klinkerwerk.