Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Rudolf Fritz Krukenbaum

Stolperstein Rudolf Fritz Krukenbaum Geboren am: 17. Mai 1904
Geburtsort: Altenwerder | Hamburg
Ermordet am: 17.04.1941
Verlegeort:  21129 Hamburg-Altenwerder, Altenwerder Kirchweg 3a  (vor der St. Gertrud-Kirche)
Initiator: Initiative "Gemeinsam gegen das Vergessen - Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer", Hamburg
Zum Lebensweg: Rudolf Fritz Krukenbaum, geb. am 17.5.1904 in Altenwerder b. Hamburg, inhaftiert 1938–1940, ermordet am 17.4.1941 im KZ Sachsenhausen

Aufgrund der fehlenden Aktenüberlieferung ist nur wenig aus dem Leben von Rudolf Krukenbaum bekannt:

Am 17.5.1904 kam er in Altenwerder, dem damals zum preußischen Landkreis Harburg gehörigen Fischerort an der Elbe als Sohn des Ferdinand Krukenbaum und seiner Frau Margarethe, geb. Hauschild, zur Welt. Er wurde Schiffsheizer und fuhr u. a. auf dem Dampfer "Ostland" für die Lübeck-Linie AG zur See.
Am 1. September 1938 kam Rudolf Krukenbaum wegen des Vorwurfs, ein "Verbrechen" nach § 175 und "widernatürliche Unzucht" begangen zu haben, in die Hamburger Untersuchungshaftanstalt. Ende Dezember 1938 wurde er vom Landgericht Hamburg zu einer 2-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, die er im Strafgefängnis Wolfenbüttel verbüßte, wohin er Heiligabend 1938 eingeliefert wurde. Dort verblieb er, bis er am 13. Oktober 1940 über das Hamburger Polizeigefängnis Hütten "entlassen" wurde. Vermutlich gelangte er – wie viele Homosexuelle – nicht mehr in Freiheit, sondern wurde danach von der Polizei in ein Konzentrationslager eingewiesen.
Das Datum seines "Zugangs" im KZ Sachsenhausen ist bisher unbekannt, registriert ist dort lediglich seine interne Verlegung in den "Isolierungsblock" am 25. Januar 1941 als "Berufsverbrecher" mit der Häftlingsnummer 35295. Einen Tag vor seinem am 17. April 1941 eingetretenen Tod wurde er zudem in den dortigen Krankenbau eingeliefert.
Sein letzter frei gewählter Wohnort war bei seiner Mutter in "Altenwärder 107". Da der Ort Altenwerder für die Hamburger Hafenerweiterung bis 1998 fast vollkommen abgerissen wurde, ist der Stolperstein vor dem einzig verbliebenen Gebäude, der evangelisch-lutherischen St. Gertrud-Kirche am Altenwerder Kirchweg 3a, verlegt worden, wo Rudolf Krukenbaum auch evangelisch-lutherisch getauft wurde.
© Bernhard Rosenkranz (†)/Ulf Bollmann

Ausführlicher und überarbeit:
Wir erinnern an Rudolf Fritz Krukenbaum (pdf)
Foto: © „NordNordWest/Wikipedia“ - Quellen: Rainer Hoffschildt,Hannover (April 2015), Alexander Wäldner B.A., M.A., B.A.