Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Rudolf Oldenburg



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 29.10.1917
Geburtsort: Berlin
Ermordet am: 27.04.1943
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Rudolf Oldenburg wurde am 29. Oktober 1917 in Berlin geboren.1 Der Ledige wohnte auch später in Berlin, hatte aber zeitweise keinen festen Wohnsitz, und war von Beruf Arbeiter, verdingte sich aber auch als Strichjunge. Vom 15. bis zum 25. März 1938 befand sich der 20-Jährige, der damals noch als Jugendlicher galt, im Polizeigefängnis Berlin und danach wohl in Untersuchungshaft. Das Landgericht Berlin verurteilte ihn am 28. Juni 1938 wegen Strichjungentätigkeit nach §175a, Ziffer 4, zu einer Gefängnisstrafe von vermutlich zwei Jahren. Die Strafe verbüßte er ab den 14. Juli 1938 zunächst im Jugendgefängnis Naugard in Pommern, heute Polen. Am 14. April 1940 entließ man ihn angeblich an eine Privatanschrift aus der Haft.

Etwa im Oktober 1942 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo die SS ihn als §175-"Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 51.970 erhielt. Rudolf Oldenburg verstarb am 27. April 1943 im Alter von 25 Jahren im KZ Sachsenhausen.

2002 hob der Deutsche Bundestag pauschal die NS-Verurteilungen nach §175a, Ziffer 4, also Strichjungentätigkeit, und nach §175 StGB in der NS-Fassung von 1935 auf. Rückblickend war er also jahrelang zu Unrecht in Haft gewesen.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen. Ich danke Prof. Rüdiger Lautmann, Berlin, der im Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen forschte, für zusätzliche Informationen. Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.