Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Willi Karl App

Stolperstein Willi Karl App Geboren am: 27.09.1919
Geburtsort: Stuttgart
Ermordet am: 14.03.1943
Verlegeort: ⟩ 70182 Stuttgart, Leonhardsplatz 15
Initiator: Zentrum Weißenburg e.V.
Zum Lebensweg: Willi Karl App wurde am 29.09.1919 in Stuttgart geboren. Er hatte die deutsche Staatsbürgerschaft und war ledig. Sein Vater hieß Karl App und ist gleichfalls in Stuttgart geboren. Die Mutter hieß Rosa Helene App geb. Hermann.

Willi Karl App arbeitete als Taglöhner/ungelernter Arbeiter oder Schreiner. Als Wohnorte sind in Stuttgart bekannt: Hauptstätter Straße 106 B (laut Meldekartei vom 28.2.-30.07.1940). Er wohnte dort zur Untermiete bei Metzger Erwin Gengenbach. Leonhardsplatz 15 III. Hier haben laut Stuttgarter Adressbüchern von 1911 bis 1919 der Schreiner Johann App und die Weißnäherin Louise App gelebt, möglicherweise ältere Verwandte vom Vater Karl App. Dieser war vermutlich nach dem Tod von Louise eingezogen und hatte nach dem Ableben von Johann die ganze Wohnung übernommen.

Da der Vater Karl App laut Adressbuch von 1922-1941 am Leonhardsplatz 15 III wohnte, und das vermutlich beide Elternteile, können wir davon ausgehen, dass der Sohn Willi Karl den Großteil seiner Kindheit und Jugendzeit hier verbracht hat. Willi Karl App muss sich laut Einwohnermeldekartei auch einige Zeit außerhalb Stuttgart´s aufgehalten haben. So war er am 28.09.1938 aus Heidenheim/Bayern einem kleinen Ort in Mittelfranken in der Nähe von Ansbach) nach Stuttgart zugezogen.

Was den Verfolgungsweg angeht, so ist bekannt, dass er am 27.10.1942 im KZ Dachau mit der Häftlings-Nr. 37645 eingeliefert wurde. Am 10.11.1942 war er im Transport vom KZ Dachau ins KZ Sachsenhausen, wo er als Aso 175 (Asozialer) geführt wurde und den Rosa Winkel mit der Häftlingsnummer 52 163 erhielt.
Dort verstarb er (wurde er ermordet) 23jährig am 14.03.1943, Sterbebuch KZ Sachsenhausen 1936 - 1945 und Sterbebuch Sonderstandesamt Arolsen.

Quelle: http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=583
Bild: Mathias Strohbach - Autor, Rechteinhaber bei Widerspruch bitte melden!