Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & des Männerlagers im KZ Ravensbrück

Willy Goger



Häftlingsnummer 326
KZ Ravensbrück | Männerlager
Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 18.01.1897
Geburtsort: Berlin
Ermordet am: 16.05.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Willy oder Willi Goger wurde am 18. Januar 1897 in Berlin geboren und evangelisch getauft. Er blieb ledig, wohnte auch später in Berlin und war von Beruf Arbeiter.

Am 4. Juli 1938 verhaftete die Polizei ihn und überführte ihn in das Polizeigefängnis Berlin und drei Tage darauf in die Untersuchungshaft im Gefängnis Berlin, Lehrter Straße. Das Amtsgericht 603 in Berlin verurteilte ihn am 27. August 1938 nach §175 zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Die Strafe verbüßte er im Gefängnis Berlin-Tegel. Dort entließ man ihn angeblich am 8. September 1940 aus der Haft an eine Privatanschrift.

Letzteres ist aber extrem unwahrscheinlich, vielmehr ist anzunehmen, dass er vom Justizvollzug der Polizei ausgeliefert wurde und diese ihn vermutlich noch im gleichen Monat in das KZ Sachsenhausen bei Berlin überführte. Hier stufte ihn die SS als "§175-Berufsverbrecher" ein und er erhielt die Häftlingsnummer 33.989. Von hier transportierte man ihn am 19. November 1940 in das ⟩  KZ Neuengamme und dann am 22. Januar 1941 in das ⟩  KZ Dachau, wo er ebenfalls als Homosexueller eingestuft wurde und die Häftlingsnummer 23.483 erhielt.

Bereits am 8. April 1941 verlegte man ihn in das Männerlager des KZ Ravensbrück, wo er die Häftlingsnummer 326 erhielt.

Dort wurde er spätestens am 16. Mai 1942 im Alter von 45 Jahren ermordet; möglicherweise wurde er aber auch bereits am 23. März 1942 Opfer einer Euthanasieaktion.
Autor:
Rainer Hoffschildt (Hannover). Ich danke Albert Knoll, Gedenkstätte Dachau, für Informationen aus dem Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau. Ich danke Prof. Rüdiger Lautmann, Berlin, der im Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen forschte, für zusätzliche Informationen. Ich danke dem Historiker Bernhard Strebel, Hannover, für zusätzliche Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Ravensbrück. Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin.
Quellen:
• Dokumente des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen.
• Transportliste: Russisches Staatliches Militärarchiv in Moskau, 1367/1/196, Bl. 425, 437. Kopie im Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen D 1 A/1196, Bl. 425, 437.